Seit einigen Jahren liegt auf dem Schreibtisch meiner Mutter ein Zettel, den ich zwar wahrgenommen, aber nie richtig beachtet habe. Irgendwann in den letzten Tagen warf ich einen näheren Blick darauf. Die Zeilen möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Es ist das Neujahrsgebet des Pfarrers Hermann Kappen zu St. Lamberti in Münster zum neuen Jahr 1883. Aber sowas von aktuell.

Herr, setze dem Überfluss Grenzen
und lasse die Grenzen überflüssig werden.

Lasse die Leute kein falsches Geld machen
und auch das Geld keine falschen Leute.

Nimm den Ehefrauen das letzte Wort
und erinnere die Männer an ihr erstes.

Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
und der Wahrheit mehr Freunde.

Bessere solche Beamte, Geschäfts- und Arbeitsleute,
die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.

Gib den Regierenden gute Deutsche
und den Deutschen eine gute Regierung.

Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen
aber nicht sofort.

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