Zoobesuch

Mittwoch. Beim Aufwachen ist etwas merkwürdig. Wo sich sonst helles Licht seinen Weg durch die Jalousien bahnt, ist heute nur trüber Schatten erkennbar. Ist es noch zu früh? Nein, ein Blick auf die Uhr zeigt: 08:15 Uhr. Aber was ist dann?

Es ist einer der in letzter Zeit doch häufiger auftretenden Regentage. Da schickt man nicht mal seinen Hund vor die Tür. Nicht, dass es in Strömen gießen würde. Aber der feine, kalte Nieselregen ist so etwas von ungemütlich, dass man es keine halbe Stunde draußen aushält.

Was tun mit dem angebrochenen Tag? Die beste Ehefrau hat die rettende Idee. „Was haltet Ihr davon, wenn wir nach Winnipeg fahren und dem dortigen Zoo einen Besuch abstatten?“ – Prima Idee. Ich checke kurz das Wetter in Winnipeg. Die App verspricht, wenn nicht unbedingt viel höhere Temperaturen, so doch zumindest weniger Regen. 100 km Entfernung können manchmal viel ausmachen.

Schnell packen wir die Sachen zusammen. Kurz vor Abfahrt packe ich noch die warme Winterjacke vom Kleinen ein. Das soll sich später noch bezahlt machen. Nach einem kurzen Zwischenstop bei Tim Hortons befinden wir uns auf dem Weg durch wabernde Regenschwaden nach Winnipeg. Nach etwa 50 km Fahrt, einem beim Abbiegen verschütteten Tim Hortons Kakao und dem zum fünften Mal gespielten Lieblingslied des Kleinen klart es tatsächlich auf. Der Himmel ist zwar immer noch grau, aber der Regen endet fast schlagartig. Als hätte jemand die Dusche abgedreht.

Froh kommen wir am Zoo an. Und werden gleich von der Bisonherde im Freigehege neben dem Eingang in Beschlag genommen. Der Assiniboine Zoo im gleichnamigen Park in Winnipeg existiert schon seit 1904 und hat eine recht wechselhafte Geschichte hinter sich. In den letzten zehn Jahren wurde aber mit viel Mühe und Aufwand ein Zoo geschaffen, der sich im Vergleich nicht zu verstecken braucht. Die Eintrittspreise sind für das Gebotene mehr als angemessen.

Vielerlei Tiere bekommen wir zu Gesicht. Die Ausstellung ist thematisch nach Kontinenten geordnet und trotz der kühleren Temperaturen sind viele Tiere im Freigehege. Höhepunkt des Zoos ist ganz zweifellos die Ausstellung „Journey to Churchill“. Churchill liegt an der Hudson Bay im Norden Manitobas und wird von vielen als die Hauptstadt der Polarbären bezeichnet. Der Besucher wird hier unter anderem durch eine durchsichtige Glasröhre durch das Schwimmbecken der Eisbären und Robben geführt. Wir können nicht genug bekommen von den liebevollen Spielereien der beeindruckenden Tiere. Vielleicht geben die Bilder die Anmut der Tiere etwas wieder.

Eingang zum Zoo
Eingang zum Assiniboine Park Zoo

Es wird insgesamt ein sehr vergnüglicher Tag und vor allem der kleine Wicht hat auch seinen Spaß. Man kann die Zahl an Tieren, welche wir heute zu Gesicht bekamen, gar nicht benennen. Am eindrücklichsten sind uns die Bisons mit ihren großen Schädeln, die Eisbären, Robben, Adler, Gibbon-Affen (mit einem winzigen Baby!) und die Tiger im Gedächtnis haften geblieben. Trotz später wieder einsetzendem Regen und der bedauerlichen Tatsache, dass der Zoo knapp neben der Einflugschneise des Flughafens liegt, haben wir einen sehr ausgefüllten Tag gehabt.

Auf dem Rückweg, wir waren noch fit, machten wir noch im KIA-Autohaus Station. Da wir das Problem mit dem Transport unserer Habseligkeiten nach B.C. noch immer nicht zufriedenstellend gelöst haben, kommt nun doch die Variante des Autokaufs in Manitoba und Transport unserer Sachen mit einem Anhänger in die engere Wahl. Darüber werde ich zu gegebener Zeit weiter berichten. Für heute kann man erst mal verbuchen, dass das in’s Auge gefasste Auto, ein KIA Telluride, der gesamten Familie gefällt und der Auftrag zur weiteren Verfolgung dieser Idee huldvoll erteilt wurde.

2 Comments

    • Joe Post author

      Oh ja, danke, das sind wichtige Infos. Wenn wir ein Auto noch hier kaufen sollten, dann einen Neuwagen. Der müsste dann ja ohne Out-of-Province_Inspection einführbar sein. Die Sache mit der PST habe ich auch schon besprochen; angeblich genügt es, dass ich eine Adresse in B.C. habe, um hier in Manitoba keine PST zahlen zu müssen. Die Versicherung kann ich hier auf 30 Tage abschließen. Ist schon alles etwas kompliziert mit dem abgeschotteten Binnenmarkt hier… 🙂

      VG, Joe

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