Warterei

Von |2018-07-06T02:03:12+00:00Juni 27th, 2018|05: Antragsbearbeitung CIC|2 Kommentare

Warterei

Am meisten nervt mich im Moment die ganze Warterei. Das ist nicht Fisch noch Fleisch. Man kann nichts lange im Voraus planen, da man ja schon im Hinterkopf hat, dass man dann eventuell nicht mehr in Deutschland sein wird. Bloß, wann ist das denn?

Die eine Umzugsfirma rennt mir im Rhythmus von 2 Tagen die Bude ein. Ob sie denn noch etwas an Ihrem Angebot erläutern müssten? Wenn ich jetzt buche, bekäme ich 2% Rabatt. Oder ob wir das Angebot noch mal durchgehen sollten? Nichts von dem. Ich kann einfach nicht planen, versteht Ihr das nicht? Gut, ich könnte alles auf eine Karte setzen und irgendeinen Termin im September für den Umzug fix machen. Dann habe ich aber unter Umständen das Haus nicht verkauft, den Job nicht gekündigt, die Abmeldungen nicht durchgeführt usw. Und im schlimmsten Falle habe ich noch nicht mal die PR Unterlagen. Das ist wirklich verflixt.

Unterdessen erledigen sich manche Dinge im Selbstlauf. Ich bin ja gerade in Elternzeit und just in diesem Augenblick beschließt unsere Firma ein großes Umstrukturierungsprogramm. Die Jobangst geht um. Die Stimmung sinkt in den Keller. Mir tun meine Mitarbeiter leid, die hier wenig Perspektive sehen. Ich habe ja eine (wenn es doch mal klar wäre, wann!). Ich hänge eigentlich sehr an meinem Job. Niemals hätte ich jedoch gedacht, dass man mit wenigen Wochen Auszeit jobmässig so schnell in die Vergessenheit geschickt wird.

Natürlich ist jeder ersetzbar, das weiß ich. Aber dass hier gerade absolute Funkstille herrscht, was die Kommunikation mit meiner Firma anbetrifft, schmerzt doch schon. Ich habe jetzt über Umwege erfahren, dass einer meiner wichtigsten Mitarbeiter gekündigt hat. Andere sind wohl auf dem Sprung. Nicht, dass mich jemand informiert hätte. Ich würde nach der Elternzeit zurück kommen und mir fehlten auf einmal die besten Leute. Schöne Bescherung. Vielleicht ist es aber auch eine gute Lektion zum Lernen: sich selber nicht so wichtig zu nehmen und das Ego zurückzuschrauben. Und am Ende macht es mir das irgendwie auch leichter loszulassen.

2 Kommentare

  1. Saskya 29. Juni 2018 um 9:44 Uhr - Antworten

    Alles geschieht aus einem bestimmten Grund – das passt auch irgendwie in deinem Fall mit deiner Firma. Das ist natürlich trotzdem sehr schade, was da gerade passiert, aber für dich ist es vielleicht so wirklich leichter, los zu lassen.

    • Joe 29. Juni 2018 um 12:05 Uhr - Antworten

      Danke Saskya, für den Kommentar. Ja, ich glaube, dass alles aus einem bestimmten Grund und auch in der zeitlichen Abfolge nicht zufällig passiert. Da sind schon einige Dinge, die im Nachhinein betrachtet einfach so laufen MUSSTEN. Jetzt weiß man noch nicht was einen erwartet, aber später dann sieht man, dass sich alles logisch und wunderbar zusammenfügt. Die einen sagen, das ist Schicksal, wir als Christen glauben, dass es in Gottes Plan für unser Leben steht. Deshalb: auch wenn wir manchmal ungeduldig sind, es hat schon alles seine Richtigkeit. 🙂

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