Schwere Zeiten

Das scheinbar Unmögliche ist eingetreten. Ein Virus geht um die Welt und Kanada hat alle Grenzen geschlossen. Der Tourismus ist eingebrochen, und das ist ein herber Schlag für die kanadische Wirtschaft. Was wir auch hier im Inland spüren. Die Zahl der Flüge über uns und die Anzahl der Reisebusse mit chinesischen Touristen haben drastisch abgenommen. Schwere Zeiten also für Reisende im Allgemeinen, für unsere Eltern und Kinder jedoch im Besonderen.

Ich will mich nicht über Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit der Maßnahmen in Anbetracht der Corona-Krise auslassen. Soweit ich gelernt habe, gibt es in Bezug auf Covid-19 nur zwei Meinungen: entweder, man glaubt dem offiziellen Narrativ eines hochgefährlichen, hochinfektiösen und tödlichen Virus, der imstande ist, Millionen Menschen auf der Welt zu töten, oder man ist völlig gegenteiliger Meinung und wittert eher einen unbarmherzigen Angriff auf die Menschenrechte und hält alles für total überzogen. Das ist hier in Kanada nicht anders als in Deutschland. Nur mit dem Unterschied, dass die Kanadier nach meinem eigenen Erleben insgesamt sehr gelassen mit dem Thema umgehen. Was dann schon wieder positiv ist.

Was mich etwas stört ist, dass unsere Kinder mit einem Szenario aufwachsen, dass ihnen Angst macht. Der Anblick von Leuten mit Mundschutz auf der Straße ist für die westliche Zivilisation ja eher ungewohnt. In Japan, dass wir zweimal bereist haben, war das aber schon in den 90-er Jahren ganz normal. Da haben im Winter alle eine Maske vor dem Gesicht gehabt. Nun muss man sich auch leider hierzulande daran gewöhnen, ob eine Maske nun hilft oder nicht. Ich hoffe nur, dass der Ausnahmezustand nicht allzu lange anhält. Zumindest ist es ja nun wieder erlaubt unsere Regional und Provincial Parks zu besuchen und auch die Kinderspielplätze sind wieder geöffnet. Vor allem die Schließung der Spielplätze hat uns schwer zu schaffen gemacht, da unser Kleiner so gerne schaukeln geht.

Schwere Zeiten also, denn unsere Eltern wollten eigentlich um Juni zu uns kommen. Und unsere Kinder dann im August. Durch die Krise haben sich jetzt allerdings die Pläne drastisch geändert. Das Working Holiday Visum (WHV) für unseren großen Sohn wird nicht bearbeitet. Die mühsam geschmiedeten Pläne für einen vorerst einjährigen Abschied aus Deutschland sind von einem Augenblick auf den anderen jäh zerstoben. Leider weiß auch keiner, ob diese Art von Visa dieses Jahr überhaupt noch weiter bearbeitet wird. Die Bearbeitungszeiten für WHV auf der Webseite der kanadischen Einwanderungsbehörde sind von 7 Wochen mal eben auf 55 Wochen gestiegen, was nichts Gutes ahnen lässt.

Nun warten wir mal ab, was der Rest des Jahres noch so bringt. Eine Lektion, die ich aber gelernt habe und die ich jedem zur Nachahmung empfehle: je weniger man sich mit den News dieser Tage beschäftigt, desto ruhiger und gesünder lebt man. Eine Abstinenz von den „Sozialen Medien“ (die unsozialer gar nicht sein könnten), von Fernsehnachrichten und Zeitungsmeldungen, beruhigt das Leben ungemein. Probiert es einfach aus. Dann sind die Zeiten auf einmal auch gar nicht mehr so schwer.

1 Comment

  • Luisa

    Hey Joe,
    Oh, noch ein Eintrag. Der wurde mir nicht in meinem WordPress Reader angezeigt, daher ist er mir entgangen. Jetzt suche ich mal nach anderen Beiträgen, die mir noch unbekannt sind. 😊
    Viele Grüße,
    Luisa

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