Raus in die Natur

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick…..

Was schon der Dichterfürst so romantisch beschreibt, ist nun bei uns auch Wirklichkeit. Tatsächlich hatten wir schon einige Tage, welche uns kurzärmelig in der erwachenden Natur sahen, sehnsüchtig das Licht und den lauen Wind genießend.

Den Ostersonntag verbrachten wir im Pembina Valley. Eine improvisierte Ostereiersuche belustigte nicht nur den Kleinen. Neben Ostereiern gibt es so viel im Wald zu entdecken. Der Specht klopft fleißig Löcher in die Bäume, ein paar Spaßvögel haben Weihnachtsbaumkugeln an die Bäume gehängt, Rehe springen durch das Gebüsch und sogar eine Wolfsspur finden wir.



Unsere Freizeit nutzen wir gerne für Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung. Neben dem beliebten Lake Minnewasta, der nun gänzlich eisfrei ist, entdeckten wir kürzlich ein weiteres Kleinod, nur 40 min nordwestlich von hier. Der Stephenfield Provincial Park lockt mit ruhigen Birkenwäldern und einem unbeschreiblich schönen See. Es ist einfach herrlich, ohne die Anwesenheit weiterer Menschen in der Natur zu sitzen. Keine Autos, keine Flugzeuge, kein Geschrei – nur wir und die vielfältigen Stimmen der Vögel, quakende Frösche und das Trommeln der Kragenhühner.

Die Sonne hat jetzt schon sehr viel Kraft und die Natur erholt sich sichtbar von den Strapazen des langen und kalten Winters. Die Felder ringsum werden bestellt und deren tiefschwarze Erde kündet von der Fruchtbarkeit des Bodens. Hin und wieder liegen tote Rehe am Straßenrand. Sie werden in der Dämmerung unvorsichtig und auch ich habe leider schon eines mit dem Auto mitgenommen. Da ich aber keinerlei Spuren vom Zusammenprall am Auto entdecken konnte, hoffe ich, dass es mit dem Schrecken davongekommen ist.

Viele der Straßen in unserem Gebiet sind Gravel Roads, Schotterstraßen. Auf Grund der extremen Wetterbedingungen hier und auch wegen der Kostenersparnis sind tausende Kilometer von Provincial Highways so ausgebaut. Asphalt wäre viel zu teuer.

Die Schotterstraßen haben die unangenehme Eigenschaft, dass man auf ihnen „schwimmt“. Solange man stur geradeaus fährt, ist alles in bester Ordnung, aber wehe, man muss unvorhergesehen starke Lenkbewegungen ausführen. Dann gerät man leicht in’s Schleudern. Außerdem zieht man eine dicke Staubfahne hinter sich her. Positiv an der Staubfahne ist, dass man entgegenkommende oder querende Fahrzeuge schon meilenweit entfernt sieht. Negativ ist, dass man beim Begegnen erst einmal durch eine Staubwand fährt. Und: Autowaschen lohnt fast gar nicht. Einmal Schotterstraße, schon sieht man aus wie Bauer Ewald nach einem Tag auf dem Feld. Man nimmt es mit Gleichmut. Ein Auto ist hier ein Arbeitsgegenstand. Findest Du ein sehr sauber geputztes, dann hast Du es mit einem kürzlich Zugezogenen oder einem Stadtmenschen zu tun. Meistens. 🙂

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