Heute zur Abwechslung mal nicht ein Bericht aus dem meist sonnigen Florida, sondern ein Update zu unserer Auswanderung. Da sind Licht und Schatten dabei. Als wir am 14.01. in Deutschland abgeflogen, waren einige Sachen noch nicht fix:

1.) Wir hatten nur eine Bestätigung per email, dass unsere Bewerbung um die PR erfogreich war und genehmigt wurde. Unsere „Landing Documents“, also die Confirmation of PR, hatten wir zu dieser Zeit noch nicht in der Hand. Auch nicht die Aufforderung, unsere Pässe zur Ausstellung der Dokumente einzuschicken.

2.) Auch das Haus war nicht verkauft. Es gab zwar Interessenten, aber ein echter Käufer war noch nicht dabei.

3.) Über unseren Verbleib in Canada nach unserer Ankunft hatten wir keinen blassen Schimmer. Nur, dass wir nach Manitoba und dort wahrscheinlich nach Winkler gehen würden, stand soweit fest.

Kein Wunder, dass uns einige Menschen kopfschüttelnd als blauäugig bezeichneten und unsere Schritte mit mehr oder weniger hilfreichen Kommentaren begleiteten. Natürlich war (und ist) uns bewußt, dass man eine Auswanderung auch ganz anders angehen kann. Mit tausend Sicherheiten, doppeltem Netz und mehrfach abgesichert. Aber – wir wollten es ganz bewusst so. Raus aus der Komfortzone und darauf vertrauen, dass sich immer Wege finden werden, wie es weitergeht.

Licht und Schatten

Heute nun kann ich zumindest für die Punkte 1 und 3 Positives berichten.

1.) Am 21.01., also genau eine Woche nach unserem Abflug, erhielten wir die erlösende Nachricht, dass wir endlich die letzte Stufe der Bewerbung erreicht hätten und unsere Passkopien plus zusätzlich 2 Passbilder pro Person nach Wien schicken sollten, um unsere landing documents fertig stellen zu lassen. In Voraussicht dieses Schreibens hatten wir noch in Dresden neue Passbilder entsprechend den Anforderungen der kanadischen Behörden anfertigen lassen. Unser Fotograf kannte die Prozedur schon, nachdem wir insgesamt 3-mal wegen solcher Passbilder bei ihm waren. 😉

Die Kopien und Dokumente schickte ich per UPS Kurier von Florida für den stolzen Preis von $72 zu unserer Agentur nach Canada. Immerhin waren sie am übernächsten Tag schon da. Ab da dauerte es nur 1,5 Wochen, bis die Papiere aus Wien zurück waren.

Nun warten wir hier in Orlando, dass wir unsere landing documents erhalten. Verschickt wurden sie per Express Post und sollten eigentlich nur 2-3 Werktage benötigen. Nach der Tracking-Information liegen sie aber derzeit am John F. Kennedy Airport in New York beim US-Zoll. Mal sehen, wie lang die brauchen, um einen Dokumentenbrief zu inspizieren.

3.) Über einen vor Ort in Winkler ansässigen Immobilienmakler konnten wir für’s Erste ein Reiheneckhaus mieten. Schon komisch, so ganz ohne Besichtigung. Aber man kann auch nicht sehr wählerisch sein, denn ein Haus mit 3 Schlafzimmern und 1,5 Bädern zum monatlichen Preis von 950 CAD findet man auch nicht so häufig in dieser eher kleinen Stadt. Nach einigem Hin und Her gelang es mir, die Mindestmietdauer auf 6 Monate zu verkürzen, so dass wir dadurch flexibler in unseren Planungen sind. Aber zumindest wissen wir nun schon genau, wo wir nach Ankunft in Canada unterkommen werden. Das beruhigt doch sehr.

Zu 2.) gibt es jedoch leider nichts Erfreuliches zu berichten. Alle bisherigen Interessenten haben abgesagt. 🙁 Das hatten wir uns so nicht vorgestellt. Aber warten wir es mal ab, das Haus ist ja erst 1,5 Monate (und noch dazu Winter und Weihnachtszeit) auf dem Markt.

Am schlimmsten ist, dass letzte Nacht in unser Haus und auch in ein Nachbarhaus eingebrochen wurde. Zum Glück hält sich der Schaden bei uns mit einem aufgehebelten Fenster sehr in Grenzen. Wertsachen hatten wir sowieso nicht mehr zu Hause. Da die Einbrecher offensichtlich auf Schmuck und Bargeld aus waren, haben sie bei uns nichts gefunden – das haben wir alles bei uns. Alle anderen Sachen haben sie durchwühlt und eine große Unordnung hinterlassen. Das Nachbarhaus kam nicht so glimpflich davon. Da haben sie eine Scheibe eingeworfen und tatsächlich auch Schmuck mitgehen lassen. Aufregend ist das Ganze aber dennoch. Und man kommt sich irgendwie beschmutzt vor.

Hoffen wir mal, dass wir das Haus jetzt bald verkaufen können.