//Letzter Tag in der Firma

Letzter Tag in der Firma

Von |2018-09-17T23:35:23+00:00September 17th, 2018|05: Antragsbearbeitung CIC|0 Kommentare

Macht es gut - Ciao, liebe Firma!Heute Vormittag habe ich nun das Unvermeidliche erledigt und meine Sachen in der Firma abgegeben, nachdem mich seit Mittwochabend noch eine böse Erkältung erwischt hatte und ich nicht mal in der Lage war, richtig aus den Augen zu schauen….schnief…schätze mal, dass die emotionale Anspannung auch das Immunsystem erwischt hatte.

Ich bin ja extra etwas später heute Morgen gefahren, weil Montags immer das Regelmeeting der Führungskräfte ist. Da hoffte ich, keinem über den Weg zu laufen, vor allem nicht meinem Ex-Chef. Aber wie es so ist: nimmt man sich vor, dass man den oder die nicht treffen will, trifft man sie gerade. Murphy lässt grüßen. Ich gehe also entspannt den Gang lang, vorbei am Meetingraum, der jetzt eigentlich zu sein müsste. Natürlich ist er auf. Ich habe gerade wieder die 5 Minuten Biopause erwischt. Und natürlich rennen alle FK über den Gang, allen voran mein Chef. Er schaut sehr irritiert drein, als er mich erblickt.

Ich grinse und sage: „So ein letzter Arbeitstag macht aber auch einen Haufen Arbeit.“ Er nickt und verschwindet hinter der WC-Tür. Da die Tür im Meetingraum nun einmal auf ist, schaue ich etwas frech herein, meine Kollegen starren mich an, als ob ich ein Alien wäre. Bin ich ja auf eine Art auch. Ich bedanke mich in die Runde für die gute Zusammenarbeit und sage, dass ich mich freue, dass ich mich noch einmal so von ihnen verabschieden kann. Alle nicken, wünschen mir alles Gute, ich ihnen auch und dann ist es vorbei.

Nun widme ich mich meinem Laufzettel. Ich hatte geplant, in 2 h mit allem durch zu sein. Denkste. Überall wird man angehalten: „…Sag mal, ist es richtig, dass Du uns verlässt?…Erzähl doch mal, warum?….Wohin geht es denn?…Das tut mir aber leid, dass Du gehst…“ usw.

Ist fast wie Spießrutenlaufen, tut aber eben nur der Seele weh. Daneben wahlweise die besten Wünsche mit dem Hinweis, dass man ja auch schon über eine Kündigung nachdenke (wenn ich mal überlege, wie viele Leute mir DAS erzählt haben, da müsste ja ein Drittel der Firma gehen) oder mitleidige Blicke á la: „….hast Du es bei uns nicht mehr ausgehalten, war es denn sooo schlimm?“

Wehmütig war ich auch ein bisschen. Habe hier doch sehr viel Lebenszeit verbracht und nun lasse ich auf einmal alles Vertraute hinter mir. Und vor mir eine ungewisse Zukunft. Aber ehrlich, wer kennt schon seine Zukunft? Wer weiß, ob er morgen früh noch aufsteht? Ein letzter Kaffee mit einigen meiner Kollegen in der Kaffeküche. Die Kaffemaschine hat immer noch ihre Macken, aber das kennt man ja. Und der Kaffee schmeckt auch nicht besser als früher. Eher etwas bitterer. Ich verschlucke mich und habe Tränen in den Augen. Blöder Kaffee. Jetzt denken alle noch, ich wäre sentimental.

Aber, kein Gejammer. Der Schritt ist jetzt vollzogen und jetzt geht es nur noch vorwärts. Mein gesamtes Arbeitsequipment (Mobiltelefon, Laptop und bald auch den Firmenwagen) bin ich jetzt los. Ein merkwürdiges Gefühl, aus der Firma zu gehen und buchstäblich NICHTS in den Händen zu halten. Jetzt gilt es, zu Hause wirklich ALLES vorzubereiten. Und dann……..?

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