Jahreswechsel

Geschafft. 2019 ist Geschichte, der Jahreswechsel vorbei. Rückblickend war es ein intensives und herausforderndes Jahr und es hat es gut mit uns gemeint. Wir sind froh, dass uns zu Beginn des Jahres 2019 niemand vorhergesagt hat, was uns alles bevorsteht. So sind wir einfach in’s kalte Wasser gesprungen, haben uns nicht verrückt gemacht, sondern immer eine Entscheidung nach der anderen getroffen. Um am Ende festzustellen, dass es sich alles wunderbar ineinander gefügt hat. Und dass wir in unserer neuen Heimat angekommen sind.

Ein letzter Punkt ist nun auch geklärt, nämlich: wie wird der Jahreswechsel in Kanada begangen? Wir hatten keine Vorstellung und waren neugierig. Und freudig überrascht, dass die hiesigen Gepflogenheiten zum Jahreswechsel unserem Bedürfnis nach einem ruhigen Übergang in das neue Jahr sehr entgegen kamen.

Ich habe ja schon früher die Idee gehabt, dass ich mich zu Silvester in ein Chalet in die Berge zurückziehe, dick eingepackt im Schnee und wo man um Mitternacht nur von ferne die Dorfglocken läuten hört. Ich wollte das schon immer eher ruhig haben, allein mit dem etwas wehmütigen Abschied vom alten und bewusst hinüberwechseln in das neue Jahr. Leider haben wir das in Deutschland nie geschafft. Schlussendlich landeten wir immer wieder auf der Straße vor unserem Haus, umgeben vom lautem Getöse und Knallen der Raketen und Böller, frierend und mit dem Wunsch, endlich wieder hineingehen zu können.

Dieses Jahr war für uns der perfekte Jahreswechsel! Nun gut, ein Chalet haben wir nicht, aber unser Haus mit Blick auf die uns umgebenden Berge. Schnee gab es in den letzten 48h des alten Jahres reichlich – fast 60 cm Neuschnee hüllten unsere Straße und die Häuser gemütlich ein. Das beste aber war die himmlische Ruhe. Keine Knaller. Keine Raketen. Gar kein Feuerwerk. Keine angetrunkenen, feierwütigen Leute auf der Strasse. Einfach nur Ruhe. Die liebste Tochter war bei Freunden untergekommen, mit denen sie den letzten Abend des Jahres verbrachte. Der Kleine schlief selig. Und wir hatten Ruhe und Muße, die letzten Stunden in Ruhe miteinander zu verbringen. Seltenes Glück.

Wir schauten nicht auf die Uhr und so war es schon nach Mitternacht, als wir uns ein gesundes und frohes neues Jahr wünschten.

Nun sind Weihnachten und Silvester vorbei und die leicht melancholische Stimmung, die mit jedem Jahreswechsel einhergeht, weicht dem Blick nach vorn. Es steht ja auch Einiges bevor. Zuerst einmal gehen am 02.01.2020 die Vorlesungen in meinem Studium wieder los und für den 03.01. ist das nächste Examen, diesmal für Modul 6, angekündigt.

Dann muss ich mich langsam mit den Vorbereitungen auf einen erneuten Sprachtest beschäftigen. ICCRC, die Behörde, die die Immigration Consultants lizenziert, stellt hier hohe Anforderungen: jeder angehende Consultant muss durch einen Sprachtest im akademischen Stream mit einem Ergebnis von CLB 9 nachweisen, dass er über die geforderten sprachlichen Fähigkeiten verfügt. Das gilt übrigens auch für muttersprachliche Kanadier. Ohne diesen Nachweis gibt es ansonsten keine Zulassung für das Entry-to-Practice Exam.

Und zu guter Letzt beginnt jetzt schon das große Büffeln für das alles entscheidende Zulassungsexamen. Zieldatum 02.05.2020, Präsenzprüfung in Vancouver. 140 Fragen in 3 h. Multiple Choice und Szenarien, das einem die Haare zu Berge stehen. Zugegeben, davor habe ich doch etwas Respekt. Ok, ist aber noch ein bisschen Zeit. Also, wie gehabt: Ärmel hochkrempeln und machen. Der Rest kommt von allein.

Einstweilen genießen wir aber noch die herrliche Winterlandschaft. Auch, wenn es heute bei +3 Grad wieder etwas getaut hat. Dem üblichen Spaziergang zum Jahreswechsel hat das keinen Abbruch getan.

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