Hausverkauf – Erster Teil

So…langsam krieg ich ’nen Föhn mit den ganzen durcheinander purzelnden Ereignissen.
Hausverkauf: Unser Haus ist seit 2 Wochen online über Makler. (Der das Haus mit einem Teil des Grundstücks separat verkaufen will, den anderen großen Grundstücksteil lässt er durch eine befreundete Baufirma bewerben, die darauf ein Doppelhaus bauen will. Die Baufirma kenne ich nicht und hab auch keinen Vertrag mit ihr. Seiner Meinung nach eine bessere Strategie, weil keiner ein so großes Grundstück mit Haus kaufen würde – angeblich zu teuer). Jetzt kommt vorgestern einer vorbei, der über die Baufirma kommt (also nicht mit dem Makler gesprochen hat). Ich treffe den zufällig, wie er vor dem Grundstück auf und ab geht und interessiert schaut.

Quatsche ihn an. Er so: „Ja, ich will mal das Baugrundstück anschauen. Aber eigentlich will ich nicht bauen, sondern ein fertiges Haus kaufen“. Ich: „Ja, das Haus steht auch zum Verkauf“. Er: „Was??? Davon hat die Baufirma nichts gesagt“. (Logisch, die wollen da ja ein Haus hinzimmern).

Ich: „Sie können gern auch das Haus mit dem gesamten Grundstück kaufen, das wäre mir sowieso lieber“. Was soll ich sagen: gestern steht er mit seiner Ehefrau wieder vor dem Haus. Und (wirklich) zufällig kommen wir gerade vom Besuch der Eltern zurück. Beide schauen noch interessierter. Sie würden sich tatsächlich sehr für alles zusammen begeistern. Also Telefonnummern getauscht.

Keine Stunde später eine Whatsapp: sie sind wirklich sehr interessiert und wann sie das Haus einmal besichtigen könnten?

Das geht ja wirklich rasend schnell. Also für heute einen Termin ausgemacht, noch einmal alles schön auf Vordermann gebracht und dann kommen sie: Ehepaar von vorgestern / gestern und seine Eltern. Seine Mutter ist Wortführerin, fragt technische Details, begutachtet Bodenbelag und Fenster, findet alles „toll, weiträumig, gepflegt“. Seine Ehefrau und die Mutter sprechen in meinem Beisein darüber „…dann können wir ja das Sofa hierherstellen und da den Schrank…“, er selber schaut aus dem Fenster, denkt nach, dreht sich abrupt um und nimmt mit zurückgelegtem Kopf imaginäres Maß. Kurz: sie verhehlen ihr Interesse nicht.

Am Ende einer 1,5-stündigen ausgiebigen Besichtigung bin ich ausgelaugt. Aber die Mutter will über den Preis sprechen. Bei der Summe zuckt keiner, die Mutter möchte wissen, ob ich noch mal so 50.000€ runter gehe, was ich charmant lächelnd verneine. „Wir haben eine große Nachfrage und es gibt keinen Grund, im Preis nachzugeben, Sie verstehen…?“ Sie versteht. Beim Abschied reden sie noch etwas von „..Nacht drüber schlafen und Familienrat muss tagen…“, aber ich glaube, ich habe genug gesehen und gespürt. Bis spätestens Samstag wollen sie mir eine Rückmeldung geben.

Hilfe! Wir wollen in 12 Tagen fliegen! Wie bekommen wir denn so schnell einen Notartermin? Was brauchen wir denn alles? Und was, wenn wir keinen Termin beim Notar mehr bekommen?

Seit 2 Stunden recherchiere ich im Internet, wie wir uns beim Hausverkauf im schlimmsten Fall beim Notartermin vertreten lassen können. Vor lauter Fachtermini schwirrt mir der Kopf. Morgen muss ich mit unserer Maklerin telefonieren. Die wird nicht sehr erfreut sein, denn sie hat den Käufer nicht vermittelt. Bloß gut, dass ich im Maklervertrag das Recht habe, provisionsfrei Eigengeschäfte abzuwickeln.

Und da habe ich noch nicht die Telefonverträge gekündigt, sonstige amtliche Schreiben aufgesetzt, die Umzugsfirma nicht kontaktiert und auch keine weiteren, wichtigen Dinge von meiner langen Liste gestrichen.

Ich muss dringend schlafen.

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