Gespräch in Berlin

Von |2018-07-11T14:56:23+00:00Mai 3rd, 2018|05: Antragsbearbeitung CIC|0 Kommentare

Gespräch in Berlin

Wie verabredet habe ich mich heute mit unserer Immigrationsberaterin zu einem weiteren Gespräch in Berlin getroffen. Dabei war es bis kurz vorher gar nicht klar ob ich überhaupt fahren würde. Der Aufwand für ein ca. einstündiges Gespräch erschien uns allen zu hoch. Berlin ist ja nicht grad um die Ecke. Unter normalen Verhältnissen benötige ich ca. 1,5h  dorthin, aber was ist heute schon normal? Zumal auf den Autobahnen und auch in Berlin gerade sehr viel gebaut wird.

Letzten Endes entschied ich mich spontan doch zu fahren, die Alternative eines Telefonats war mir vom Bauchgefühl her zu wenig. Wie erwartet war die Autobahn voll, den letzten Nerv raubte mir jedoch die Situation in Berlin, wo ich für 6,5 km fast eine Dreiviertelstunde benötigte. Was mir eine handfeste Verspätung einbrachte. Man sitzt vor jeder roten Ampel wie auf Kohlen und doch geht es nur sehr, sehr schleppend voran. Andererseits gab es mir Gelegenheit die Stadt zu betrachten. Ich bin schon sehr oft in Berlin gewesen und auch diese Strecke gefahren, aber es fiel mir heute mehr als sonst auf, dass Kreuzberg und auch Neukölln größtenteils von ausländischen Mitbürgern dominiert werden. Das Straßenbild ist einfach komplett anders.

Es war gut, dass ich gefahren bin und das Gespräch persönlich stattfand. Die emotionale Bindung ist besser und ich glaube, einige Dinge müssen auch von Angesicht zu Angesicht besprochen werden. Obwohl unsere Immigrationsberaterin perfekt Deutsch spricht, sprachen wir wie selbstverständlich die ganze Zeit über Englisch. Mir ist eigentlich erst später bewusst geworden, dass ich keinerlei Probleme damit hatte. Das war vor wenigen Jahren noch nicht so, da habe ich immer sehr viel umschreiben müssen.

Die wichtigste Frage war die nach dem Medical für unsere Söhne. Es ist tatsächlich so, wie ich dachte. Sie sind nunmehr schon zu alt um unser unseren Antrag zu fallen. Aber unsere Immigrationsberaterin versicherte mir, dass es sehr leicht sein wird sie später über ein work permit und dann über Family Stream nachzuholen. Wir hatten mit unseren Söhnen auch schon geredet und sie waren sogar erleichtert, dass sie nun nicht sofort mit nach Canada gehen müssen. Sie wollen erst noch die Ausbildung in Deutschland fertig machen und etwas Berufserfahrung sammeln, so dass sie dann auf dem kanadischen Arbeitsmarkt besser Fuß fassen können. Sonst müssten sie jetzt dort noch einmal komplett von vorne anfangen und das wollen beide nicht.

Eine zweite, ebenso wichtige Information: wir könnten ca. 3 Wochen nach unserem Medical schon nach Canada fliegen und die Entscheidung über die PR dort abwarten. Im Moment arbeitet die kanadische Botschaft in Wien sehr schnell an den Anträgen und sie erwartet, dass wir unsere PR spätestens in 2-3 Monaten nach dem Medical haben werden. Das würde bedeuten, irgendwann im August oder September. Da vorher noch die großen Ferien sind, könnten wir eigentlich schon dann rüber fliegen. Alle notwendigen weiteren Schritte könnten wir dann von dort aus machen.

Hm. So schnell? Jetzt wird es also schlagartig ernst. Die Gedanken kreisten nach dem Gespräch natürlich doppelt so schnell. Ich habe auf der Rückfahrt erst einmal über eine Stunde mit Lilly telefoniert um alle Informationen so schnell wie möglich loszuwerden. Jetzt müssen wir überlegen was wir machen. Wir müssen ja noch das Haus verkaufen, Sachen packen, Container organisieren, Job kündigen (das wird noch mal eine Sache für sich), Schule abmelden, Tickets buchen, erste Übernachtungen organisieren und, und, und. Tausend Dinge auf einmal. Eins ist sicher: langweilig wird es uns in der nächsten Zeit nicht werden!

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