Und plötzlich geht alles ganz schnell. Gestern noch haben wir verzweifelt über die lange Warterei lamentiert. Habe ich eine Frustmail an unsere Immigrationsberaterin geschickt. Dampf abgelassen. Heute flattert uns prompt die Genehmigung der Permanent Residence in’s Haus. Beziehungsweise in den email-Posteingang. Alles steht Kopf. Was denn… jetzt geht es also tatsächlich los? Mich laust der Affe. Ich werd‘ verrückt. Nach fast 3 Jahren Bewerbungsprozeß ist es wirklich soweit? Hilfe! Doch so unerwartet! Was muss ich denn jetzt noch alles machen? Klar: Haus verkaufen. Sachen packen. Krimskrams verkaufen. Umzugsunternehmen engagieren. Zollbelege erstellen. Finanzen klären. Aber was, in welcher Reihenfolge? Wie bekommen wir unsere Tochter vorzeitig aus der Schule, auch wenn wir uns noch nicht gleich in Deutschland abmelden wollen?

PR approved

Die Genehmigung ist da!

Wir hatten gedacht, dass wir die Zeit bis zur Genehmigung schon ordentlich genutzt hätten. Aber jetzt fällt uns auf einmal ein, was wir alles noch NICHT gemacht haben. Einen besonderen Drive bekommt das Ganze, weil wir planen, uns Anfang kommenden Jahres noch einmal eine längere Auszeit in südlichen Gefilden zu gönnen. Bevor der Umzug nach Kanada dann tatsächlich stattfindet. Das muss ich nun zu allem Überfluss auch noch organisieren.

Die Freude ist bitter-süß

Die beste Ehefrau ist einerseits erleichtert, dass das quälende Warten nun eine Ende hat. Andererseits gewinnt nach einiger Zeit die Schwermut die Oberhand. Vor allem, weil wir unsere beiden großen Söhne und auch noch die Eltern (vorerst) hier in Deutschland lassen müssen. Bei den Söhnen (bin so stolz auf sie!) mache ich mir wenig Sorgen. Die sind jung und stark und können nach Abschluss der Ausbildung und mit etwas Berufserfahrung nachkommen. Etwas anders sieht es bei den Eltern aus. Beide sind zwar noch sehr rüstig, aber sie werden sicher nicht auf Dauer nach Kanada mitkommen.

So mischt sich in die Freude über die endlich erhaltene Genehmigung der PR auch ein etwas bitterer Tropfen. Klar, es gibt Skype und bei Bedarf ist man in 14h in Deutschland. Aber das ersetzt nicht das tägliche Sehen und den Austausch mit den Eltern. Ich schätze mal, dass Heimweh und Sehnsucht besonders in der ersten Zeit unsere ständigen Begleiter sein werden. Außerdem wird auch der Kleine seinen gewohnten Umgang mit den Großeltern verlieren. Das schmerzt uns besonders, da die Großeltern ihr Herz sehr an den kleinen Wicht gehangen haben. Und die Zweifel, ob man in dieser Hinsicht alles richtig macht, kann man auch nicht so einfach wegblasen.

Nun wird es wohl Schlag auf Schlag gehen. Den Blogbeitrag über die Makler musste ich auch heute wieder zugunsten der neuesten Ereignisse verschieben. Morgen haben wir aber sowieso noch einmal einen Termin der endgültige Klärung bringen soll und so werden wir wohl erst dann berichten. Eins ist sicher: langweilig wird es uns in der nächsten Zeit nicht. So, stay tuned.