Eigentlich sollte heute an dieser Stelle ein Beitrag zum Ergebnis unserer Maklersuche stehen. Ich habe mich aber kurzfristig entschieden, über ein anderes Thema zu schreiben. Weil es mich sehr bewegt.

Es geht auf Weihnachten zu. Und damit häufen sich auch wieder die Spendengesuche verschiedenster Organisationen in unserem Briefkasten. Die meisten von ihnen kennt man und gerade das bevorstehende Fest bietet wieder eine hervorragende Gelegenheit, Menschen im Inneren anzusprechen und sie zu bewegen, ein paar Euro locker zu machen. Geld, von dem man am Ende nicht weiß, ob es ankommt oder wofür es wirklich ausgegeben wird. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte zu spenden. Etwas abzugeben von dem, was wir im Überfluss haben, sollte für Menschen aus unserem Kulturkreis selbstverständlich sein. Aber für uns persönlich: wenn wir geben (und das tun wir nicht zu knapp), dann dorthin, wo wir sicher sind, dass wir mit unserem Geld etwas bewirken können.

Plötzlich ist alles anders

Stell Dir vor, Du bist in der Blüte Deines Lebens. Du hast eine reizende Frau und 4 nicht weniger reizende, kleine Kinder. Du hast einen guten Job, der Dich erfüllt und Dir Spaß macht. Eines Morgens wachst Du auf und verspürst eine seltsame Taubheit und Schmerzen in Deinen Gliedmaßen. Nicht so, als ob die Hände oder Füße eingeschlafen wären, sondern anders – Du merkst sofort, dass es von innen kommt. Da diese verstörende Gefühl anhält, gehst Du zum Arzt. Natürlich erst, nachdem Du die für einen Mann typische Prozedur des „Hinausschiebens, es ist ja nicht so schlimm“ hinter Dich gebracht hast. Der Arzt macht eine Computertomografie Deines Körpers. Nach einiger Zeit die Auswertung und die katastrophale Diagnose: tanyzytisches Ependymom. Eine sehr seltene Form eines Rückenmarktumors, der sich im Rückenmarkkanal der Wirbelsäule ausbreitet und die Nerven zerstört.

Dieser Fall wurde auf einem befreundeten Blog geschildert, siehe hier und hier. Er handelt von einem Kanadier namens Marc Bergeron und hat mich so nachhaltig berührt, dass ich heute hier darüber berichte. Marc lebt mit seiner Familie im Yukon. Er bekam diese schreckliche Diagnose und steht nun im Alter von gerade mal 37 Jahren vor der Frage, wie es mit ihm, vor allem aber auch seiner Frau und den Kindern weitergeht. Mittlerweile wurde die Behandlung bei Marc ausgesetzt und er wird nur noch palliativ behandelt. Das bedeutet, es wird nicht mehr die Ursache der Erkrankung bekämpft (der Tumor), sondern nur noch schmerzlindernd therapiert.

Ich kenne Marc nicht. Aber ich kann mich gut hineinversetzen in diese Verzweiflung, möglicherweise bald sterben zu müssen. Wegen der Krankheit musste er nun auch seinen Job aufgeben. Das bedeutet, dass die Familie von jetzt auf gleich einer niederschmetternden finanziellen Situation ausgesetzt ist. Zumal seine Frau nun auch nicht mehr arbeiten gehen kann, da Marc alleine nicht auf die Kinder aufpassen kann. In Kanada wird der Lohn nicht 6 Wochen lang weiter bezahlt, wenn Du krank bist.

Geben, wo es wirklich hilft

Mich rührt diese Geschichte sehr. Vielleicht, weil ich selber Familienvater bin. Vielleicht auch, weil man sich in meinem Alter naturgemäß mehr mit dem Sinn des Lebens, aber auch des Sterbens, beschäftigt. Ich möchte hier helfen und ich weiß, dass meine Gabe direkt dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Sicher, es gibt hunderte, tausende, Millionen solcher Fälle auf der Welt. Nicht für alle kann man geben. Man muss selektieren, so hart das klingt. Für mich ist aber dieser Fall der eine, der mir auf das Herz gelegt ist. Vielleicht findet sich unter den geneigten Lesern meines Blogs noch jemand, der konkret Hilfe zuteil werden lassen möchte. Mit der Gewißheit, dass durch seine Spende dort, 10.000 km entfernt, ein Mensch sich durch den Zuspruch von völlig Unbekannten ermutigt und unterstützt fühlt.

Wer sich beteiligen möchte, kann das unter https://www.gofundme.com/marc-bergeron tun. Im Übrigen legt Marc’s Firma bis zu einem Betrag von $2.500 den gleichen Betrag noch einmal obendrauf.