//Entschluss gefasst – und nun?

Entschluss gefasst – und nun?

Von |2018-07-11T14:56:23+00:00Oktober 12th, 2015|01: am Anfang steht die Idee|0 Kommentare

Das Kreuz mit der Unwissenheit

Jetzt, da wir einmal den Entschluss gefasst haben Deutschland den Rücken zu kehren, türmen sich eine Unmenge an Fragen auf. Haben wir überhaupt Chancen irgendwohin auszuwandern? Wenn ja, womit sollen wir überhaupt anfangen? Welche Schritte in welcher Reihenfolge sind zu absolvieren? Was erwartet uns in einem neuen Land? Welches Land soll es überhaupt sein? Was soll das alles kosten? Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Als Erstes also setzen wir uns zusammen und überlegen, wohin die Reise gehen könnte. Schweiz oder Spanien? – Nein, das ist ja auch Europa. Vom Regen in die Traufe. Neuseeland oder Australien? – Zu weit weg und außerdem hört man, dass die Einwanderungsbedingungen dort sehr hart sind. Südamerika? – Puh, da müsste man Spanisch können. Amerika kommt als erster ernstzunehmender Vorschlag auf den Tisch. Ja, sicher, das Land ist großartig, wie wir aus unseren vielzähligen und zum Teil wochenlangen Urlauben dort wissen. Aber Lilly findet die „Erst schießen – dann fragen“- Mentalität nicht so gut. Außerdem würde sie gerne irgendwohin, wo es ihr vertrauter ist und wo sie im Notfall auf etwas Unterstützung zurückgreifen könnte. Dem schließe ich mich an. Zwar bin ich in dieser Beziehung wagemutiger und es würde mir nichts ausmachen, in ein völlig fremdes Land zu gehen. Wenn man aber jemanden im Zweifelsfall auch einmal um einen Rat fragen könnte, dann wäre das sicher nicht schlecht.

Damit kommt eigentlich nur Kanada in Betracht. Denn in Kanada hat Lilly eine Vielzahl weit entfernter Verwandte (3. Grades und noch weiter verzweigt), welche ihr sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits beschert wurden. Manche davon kennen wir durch unsere früheren Aufenthalte in Kanada sogar persönlich. Nicht, dass das ausreichen würde, um uns für das Family Sponsorship Program zu qualifizieren, aber es ist gut zu wissen, dass da noch jemand ist.

Kanada – und nun?

Die erste Anlaufstelle ist wie immer das Internet. Vor 20 Jahren hatten wir uns schon einmal mit dem Gedanken an eine Auswanderung beschäftigt und wussten daher, dass Kanada Einwanderungsanträge mit Hilfe eines Punktesystems bewertet. Damals bekam man noch eine Stapel Papier zum Ausfüllen zugeschickt. Ist das heute immer noch so? Also zuerst einmal die Webseite der kanadischen Botschaft in Deutschland aufgesucht. Erste Überraschung: die deutsche Botschaft ist nicht mehr für Einwanderungsfragen für Deutsche zuständig, sondern die kanadische Botschaft in Österreich. Zweite Überraschung ist dieser Hinweis auf der Webseite der Vertretung in Wien:

Entscheidung: express_entry_large

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Wir sollen uns also online über Express Entry bewerben. Kein Problem, das ist doch schnell erledigt, oder? Also folgen wir dem Link und sind verwirrt. Denn dort steht nun, dass man eingeladen worden sein muss, um den Antrag auszufüllen. Eingeladen wurden wir nicht. Keine Ahnung, wie wird man denn eingeladen? Also noch einmal zurück und lesen, lesen, lesen. Nach längerer Lektüre wird uns klar, dass es nicht einfach so getan ist mit dem Anlegen eines Accounts und der Übermittlung einer Bewerbung. Zunächst einmal finden wir den Link zum Überprüfen der Eignung für eine Bewerbung (englisch: „Find out if you are eligible to apply“).

Erster Schock – not eligible

Das Ausfüllen des Fragebogens zur Überprüfung der Eignung dauert nicht sehr lange. Es werden Fragen nach Alter, Bildungsabschlüssen, Berufserfahrung, Sprachkenntnissen usw. gestellt. Man hat jederzeit die Möglichkeit, den Test zu speichern und zu verlassen. Nach dem Ausfüllen des Tests wird man mit dem Ergebnis konfrontiert – und hier der erste Schock.

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Ich bin nicht qualifiziert, um am Express Entry für eine Permanent Resident teilzunehmen!** Ist  es das Alter? Die mangelnde Qualifikation, oder haben wir doch die falsche Provinz ausgewählt? Man erfährt es nicht. Da tröstet auch der Hinweis nicht, dass man die notwendigen Schritte zur Verbesserung seines Status unternehmen sollte und es dann später noch einmal probieren kann. Für heute haben wir erst einmal genug und sind enttäuscht.

**Hinweis: Der Test zur Überprüfung der Eignung für Express Entry ist seit einiger Zeit umgestellt. Der Test wird sofort mit „nicht geeignet“ beendet, sofern man bei der zweiten Frage (Ergebnisse eines Sprachtests) den Punkt „keine („none“) ausgewählt hat. Man kann hier aber zum Beispiel IELTS auswählen und im Folgenden Ergebnisse für den Test eintragen, von denen man annimmt, dass man sie realistischerweise erzielen könnte. Dann kann man den Test zur Eignungsprüfung fortsetzen. Ein gültiger Sprachtest wie IELTS, CELPIP oder TEF ist jedoch zwingend Voraussetzung, um überhaupt einen Antrag stellen zu können, da man die Ergebnisse belegen muss!

 


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