//Eine Kündigung wie keine andere

Eine Kündigung wie keine andere

Von |2018-09-09T14:37:46+00:00September 9th, 2018|05: Antragsbearbeitung CIC|0 Kommentare

Eine Kündigung der Arbeitsstelle will wohl überlegt sein. Jeder Berufsratgeber rät, erst einen neuen Job verbindlich in Aussicht zu haben, bevor man kündigt. Nichts zu überstürzen. Zu schauen, ob man vielleicht nicht erst intern wechselt, bevor man den Arbeitgeber ganz wechselt. Man wüsste ja nie, wie es in einer neuen Firma wäre und ob es dort nicht genauso oder sogar schlechter als in der alten ist. Man verlässt sein soziales Gefüge und den gewohnten Arbeitsalltag. Und so weiter und so fort.

Nichst von dem spielt bei meiner Kündigung eine wirkliche Rolle.

Kündigung ist verschickt

Ja, es ist geschehen: gestern ist die Kündigung per Einschreiben rausgegangen. Mit klopfendem Herzen stand ich in der Post und während ich noch in der Schlange wartete, unterhielten sich die beiden Kerle auf meiner Schulter.

Der Weiße: „Gut, dass Du es jetzt endlich machst. Du kannst es ja eh nicht ewig vor Dich hinschieben“.
Der Schwarze, hysterisch kreischend: „Bist Du bescheuert??? Weißt Du, was Du hier treibst? Du stürzt Deine ganze Familie in den Ruin! Keine Sicherheiten! Kein Job mehr! Das Haus ist noch nicht verkauft! Du hast keine PR!“
Der Weiße: „Ach, quatsch doch nicht. Er will doch ein anderes Leben leben, da gehört das Abschneiden von alten Zöpfen einfach dazu. Wann, wenn nicht jetzt?“
Der Schwarze, mit überschlagender Stimme: „Wie soll er denn ohne Geld und Job auskommen? Das Ersparte reicht ja auch nicht ewig.“
Der Weiße: „Er wird das schon machen. Bisher hat alles, was er angepackt hat, auch geklappt. Und außerdem – es darf ja ruhig auch ein bisschen genügsamer sein.“
Der Schwarze, jetzt auf die Heultour: „Genügsam? Hungern wird er und betteln und in spätestens 2 Jahren steht er schlotternd vor dem Sozialamt und beantragt Hartz 4.“
Der Weiße: „Halt jetzt endlich die Klappe! Wir ziehen das jetzt durch.“

Und so kam es. 2,85€ Einschreibegebühr für einen Brief, der mein Leben verändern wird.
Meinem Chef habe ich dann per email noch einen netten 2-Zeiler geschrieben, damit er es am Montag nicht von unserem Personalabteilung erfährt. Erfreut wird er nicht sein. Jetzt harre ich der Dinge, die da kommen werden.

Heute morgen bin ich aufgewacht und es fühlte sich so frei und überhaupt nicht falsch an. Ich weiß, dass ich spätestens in einem halben Jahr ohne Job und ohne Geld dastehe. Aber bis dahin möchte ich schon alles für den Wechsel nach Kanada vorbereitet haben, so dass ich nur noch in den Flieger steigen muss.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.