//Ein kleines bisschen Fortschritt

Ein kleines bisschen Fortschritt

Von |2018-11-11T01:42:55+00:00November 9th, 2018|05: Antragsbearbeitung CIC|5 Kommentare

Wir hängen noch immer in der Luft, was die Rückmeldung der Kanadier in Bezug auf unsere PR betrifft. Mittlerweile sind 6 Monate seit dem Medical im Mai vergangen und es herrscht einfach nur Funkstille. Kein Fortschritt. Wenn von dort also nichts kommt, dann müssen wir für den Fortschritt selbst sorgen. So gut es eben geht, und damit man das Gefühl hat, dass wenigstens etwas passiert.

Ich habe es lange vor mir hergeschoben (weiß selber nicht, warum), aber in den vergangenen 1,5 Wochen hatte ich dann gleich 2 Makler auf einmal zu einem ersten Vorgespräch hier. Seit geraumer Zeit schon lagen bei uns Werbeprospekte eines überregional tätigen Immobilienmaklers im Briefkasten. „Wir schätzen den Wert Ihrer Immobilie, kostenlos und unverbindlich“. Bisher habe ich das immerhouse-money gleich im Papiermüll entsorgt. Der zweite Makler hatte mir ungefragt eine email-Werbung zugeschickt (oder hatte ich vielleicht irgendwo mal mein Einverständnis gegeben?) und ich dachte, es wir nicht schaden, wenn man zwei unabhängige Aussagen bekommt.

Mit Maklern haben wir so unsere Erfahrungen. Eher immer auf das schnelle als auf das nachhaltige Geschäft aus, versprechen viel, halten wenig und versuchen, einen auch bei unbefriedigenden Kaufangeboten unter Druck zu setzen („…da können Sie doch froh sein, wenn Sie so ein Angebot bekommen. An Ihrer Stelle würden wir jetzt doch verkaufen.“)

Ich hab ganz einfach das Gefühl, dass Makler nicht daran interessiert sind, für ihre Auftraggeber den wirklich besten Preis zu erzielen. Daher hatte ich bisher auch immer ein Vorurteil und wollte unser Haus am liebsten privat gegen Höchstgebot verkaufen. Die beste Ehefrau aber hatte ganz überzeugende Argumente gegen den Privatverkauf. So dass ich schließlich ein Einsehen hatte und einem Maklerverkauf zugestimmt habe. Am ehesten überzeugte mich, dass die Makler (gerade bei der angespannten Situation auf dem hiesigen Immobilienmarkt) mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Kartei von Leuten vorhalten, die Immobilien suchen. Versucht man privat zu verkaufen, wird es wohl wie bei einem inserierten Autoverkauf zugehen, alles reduziert auf die Frage: „Hey, was is Deine letzte Preis?“

Beide Maklertermine wollten natürlich vorbereitet sein. Und so kam es, dass ich gleich zweimal mit Staubsauger, Putzlappen und Wischmob bewaffnet durch das Haus gedüst bin. Unser Kleiner liebt besonders das Staubsaugen. Ich bekomme immer einen Lachanfall, wenn er mit dem langen Staubsaugerschlauch kämpft. Aber dann ist er wenigstens beschäftigt und hat auch seinen Spaß.

sale

Die Termine gingen kurz und geräuschlos vorbei. Einmal komplette Besichtigung des Hauses und des Grundstücks, „..ja, sehr schön das alles, doch ganz schön viel Platz und auch die Lage ist gut…wir melden uns.“ Jetzt harren wir der Dinge, die da kommen werden. Es ist insofern spannend, weil der Immobilienmarkt für junge, gebrauchte Häuser hier extrem überschaubar ist. Und natürlich hängt von einem guten Verkauf des Hauses zu einem gewissen Maße ja auch unsere Zukunft ab.

Einen weiteren Fortschritt haben wir in Bezug auf fällige Renovierungsarbeiten zu verzeichnen. Wir hatten die Maler da, welche rundum Schönheitsreparaturen durchgeführt haben und auch unsere Fußbodenheizung habe ich spülen lassen. Zudem habe ich neue Stellmotoren für die Fußbodenheizung eingebaut, da die alten zum Teil schon festhingen. Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich alles, was ich an Arbeiten ausführe, mittlerweile unter dem Gesichtspunkt „das muss in Ordnung sein, wenn wir das Haus verkaufen“, erledige.

Neulich fragte die beste Ehefrau, ob es mir nicht leid täte, das Haus zu verkaufen? Nein, tut es nicht. Es ist definitiv nur ein Ding, ein Gegenstand. Sehr schön zwar, aber auf dem letzten Gang kann ich es eh nicht mitnehmen. Warum also das Herz dranhängen? Mir ist klar, dass wir möglicherweise nie mehr im Leben so einen Standard haben werden. Na und?

5 Kommentare

  1. Virtual Language Lighthouse 10. November 2018 um 0:46 Uhr - Antworten

    Nun geht es ja richtig los bei Euch! Warum auch nicht? Es kann ja manchmal länger dauern, ein Haus zu verkaufen, darum sollte man sich frühzeitig kümmern. Wir haben unser Haus auch lange vor der Auswanderung verkauft. Tatsächlich teile ich Deinen Eindruck über manche Makler. Wir haben eine gute und eine extrem schlechte Erfahrung gemacht und mussten einen herben Verlust hinnehmen. Der Makler hatte unser Haus ohne unser Wissen auf den Markt geschmissen und dabei unseren letzten Preis als Erstpreis genannt. Danke dafür. Also Augen auf!
    Schade, dass Ihr noch nichts aus Kanada gehört habt! Aber es wird schon werden.

    • Joe 14. November 2018 um 2:24 Uhr - Antworten

      Lieben Dank für Euren Kommentar. Den habe ich erst jetzt zufällig im Spam entdeckt, daher erst die späte Freischaltung. 😉
      Wir hoffen, dass wir mit dem Hausverkauf nicht so lange benötigen, denn der Markt hier in unserer Region ist extrem leer gefegt. Mal sehen, was die Makler so sagen.
      Ihr habt doch hoffentlich nicht zu dem schlechten Preis verkauft? Müsst Ihr ja eigentlich nicht und dem Makler hätte ich wohl den Hosenboden stramm gezogen. Das ist halt auch unsere Angst, dass da einer ohne Rücksprache das Haus zu niedrig bewirbt. Ich werde berichten.

      • Virtual Language Lighthouse 14. November 2018 um 3:59 Uhr - Antworten

        Danke, Joe! Was ist nur los? Das ist bei uns auch gerade so! Hat sich der nationale Poststreik in Kanada auf WordPress ausgeweitet?!?
        Wir haben unser Haus tatsächlich zu dem schlechteren Preis verkauft, dafür hat es nur 4 Tage gedauert… selbst die neuen Besitzer sagten, dass sie für das Haus mehr bezahlt hätten. 😩 Naja, dafür hatten wir dann keine Fixkosten mehr… ok, hätten keine mehr gehabt, tatsächlich sind einige Anbieter (grrrrr) nicht in der Lage zu begreifen, dass wir das Haus im April verkauft und im Juli ausgewandert sind… ahhh!
        Wir haben dem Makler den Hosenboden stramm gezogen, aber da er gleich mit zahlungsfähigen, netten Käufern kam haben wir uns gefügt. Also: Stress machen!
        Weiterhin viel Erfolg!

  2. Luisa 10. November 2018 um 16:31 Uhr - Antworten

    Hallo Joe,
    Deine Einstellung gegenüber dem Haus finde ich stark! 🙂 ich drücke ganz fest die Daumen, dass ihr bald eine positive Nachricht aus Kanada erhaltet. Bei mir haben sie sich ja genau bis zum letzten Tag Zeit gelassen. Gibt es bei eurem Programm auch eine Frist, die sich die Regierung gesetzt hat (innerhalb eines Jahres zu entscheiden)?
    Wegen dem Medical würde ich mir nicht viele Gedanken machen. Ich glaube es darf nicht älter als 6 Monate sein wenn ihr es einreicht. Jedenfalls war meins schon fast abgelaufen, als sie meine Bewerbung endlich angenommen haben und bei der Entscheidung dann fast 1,5 Jahre abgelaufen.
    Übrigens habe ich einen riesigen Topf deiner Fleischbällchensuppe nachgekocht und es hat uns sehr gut geschmeckt, vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße aus dem Land der langsamen Bürokratie,
    Luisa

  3. Joe 11. November 2018 um 1:38 Uhr - Antworten

    Hallo Luisa,
    Danke für die netten Worte. Bei uns ist es so: Nominierung durch die Provinz (abgeschlossen), Einreichen des Antrags bei IRCC (abgeschlossen), Aufforderung zum Medical (abgeschlossen), Bestehen des Medicals (abgeschlossen), Aufforderung die Pässe einzuschicken für Confirmation of Permanent Resident (pending). Weiß nicht, ob sich die Regierung da eine Frist gesetzt hat. Soweit ich weiß, haben wir ab dem Medical ein Jahr Zeit, um unsere PR als Landed Immigrant (also erstmalige Einreise als PR nach Kanada) gültig zu machen. Davon sind jetzt 6 Monate um. Also muss da jetzt ja mal irgendwann was kommen. Sonst müssten wir ja das Medical wiederholen, weil das nur 1 Jahr gültig ist. Kann ich mir aber nicht vorstellen.

    Es freut mich, dass Euch die Fleischklößchensuppe geschmeckt hat. Jetzt ist der Yukon um eine kulinarische Spezialität reicher. 🙂
    Viele Grüße, Joe

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