Wir hängen noch immer in der Luft, was die Rückmeldung der Kanadier in Bezug auf unsere PR betrifft. Mittlerweile sind 6 Monate seit dem Medical im Mai vergangen und es herrscht einfach nur Funkstille. Kein Fortschritt. Wenn von dort also nichts kommt, dann müssen wir für den Fortschritt selbst sorgen. So gut es eben geht, und damit man das Gefühl hat, dass wenigstens etwas passiert.

Ich habe es lange vor mir hergeschoben (weiß selber nicht, warum), aber in den vergangenen 1,5 Wochen hatte ich dann gleich 2 Makler auf einmal zu einem ersten Vorgespräch hier. Seit geraumer Zeit schon lagen bei uns Werbeprospekte eines überregional tätigen Immobilienmaklers im Briefkasten. „Wir schätzen den Wert Ihrer Immobilie, kostenlos und unverbindlich“. Bisher habe ich das immerhouse-money gleich im Papiermüll entsorgt. Der zweite Makler hatte mir ungefragt eine email-Werbung zugeschickt (oder hatte ich vielleicht irgendwo mal mein Einverständnis gegeben?) und ich dachte, es wir nicht schaden, wenn man zwei unabhängige Aussagen bekommt.

Mit Maklern haben wir so unsere Erfahrungen. Eher immer auf das schnelle als auf das nachhaltige Geschäft aus, versprechen viel, halten wenig und versuchen, einen auch bei unbefriedigenden Kaufangeboten unter Druck zu setzen („…da können Sie doch froh sein, wenn Sie so ein Angebot bekommen. An Ihrer Stelle würden wir jetzt doch verkaufen.“)

Ich hab ganz einfach das Gefühl, dass Makler nicht daran interessiert sind, für ihre Auftraggeber den wirklich besten Preis zu erzielen. Daher hatte ich bisher auch immer ein Vorurteil und wollte unser Haus am liebsten privat gegen Höchstgebot verkaufen. Die beste Ehefrau aber hatte ganz überzeugende Argumente gegen den Privatverkauf. So dass ich schließlich ein Einsehen hatte und einem Maklerverkauf zugestimmt habe. Am ehesten überzeugte mich, dass die Makler (gerade bei der angespannten Situation auf dem hiesigen Immobilienmarkt) mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Kartei von Leuten vorhalten, die Immobilien suchen. Versucht man privat zu verkaufen, wird es wohl wie bei einem inserierten Autoverkauf zugehen, alles reduziert auf die Frage: „Hey, was is Deine letzte Preis?“

Beide Maklertermine wollten natürlich vorbereitet sein. Und so kam es, dass ich gleich zweimal mit Staubsauger, Putzlappen und Wischmob bewaffnet durch das Haus gedüst bin. Unser Kleiner liebt besonders das Staubsaugen. Ich bekomme immer einen Lachanfall, wenn er mit dem langen Staubsaugerschlauch kämpft. Aber dann ist er wenigstens beschäftigt und hat auch seinen Spaß.

sale

Die Termine gingen kurz und geräuschlos vorbei. Einmal komplette Besichtigung des Hauses und des Grundstücks, „..ja, sehr schön das alles, doch ganz schön viel Platz und auch die Lage ist gut…wir melden uns.“ Jetzt harren wir der Dinge, die da kommen werden. Es ist insofern spannend, weil der Immobilienmarkt für junge, gebrauchte Häuser hier extrem überschaubar ist. Und natürlich hängt von einem guten Verkauf des Hauses zu einem gewissen Maße ja auch unsere Zukunft ab.

Einen weiteren Fortschritt haben wir in Bezug auf fällige Renovierungsarbeiten zu verzeichnen. Wir hatten die Maler da, welche rundum Schönheitsreparaturen durchgeführt haben und auch unsere Fußbodenheizung habe ich spülen lassen. Zudem habe ich neue Stellmotoren für die Fußbodenheizung eingebaut, da die alten zum Teil schon festhingen. Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich alles, was ich an Arbeiten ausführe, mittlerweile unter dem Gesichtspunkt „das muss in Ordnung sein, wenn wir das Haus verkaufen“, erledige.

Neulich fragte die beste Ehefrau, ob es mir nicht leid täte, das Haus zu verkaufen? Nein, tut es nicht. Es ist definitiv nur ein Ding, ein Gegenstand. Sehr schön zwar, aber auf dem letzten Gang kann ich es eh nicht mitnehmen. Warum also das Herz dranhängen? Mir ist klar, dass wir möglicherweise nie mehr im Leben so einen Standard haben werden. Na und?