Das Baby ist da.

Von |2018-07-11T14:56:44+00:00November 15th, 2017|05: Antragsbearbeitung CIC|0 Kommentare

Das Baby ist da.

Nun ist es soweit. Das Baby ist da! Unser Sohn hat am 12.11.2017, das Licht der Welt erblickt. Willkommen auf dieser Erde, kleiner Mensch!

Welch ein Wunder! Staunen, dass wir in unserem Alter noch einmal den Segen eines Kindes erfahren dürfen. Auch wenn die Geburt (wie alle anderen vorher) sehr anstrengend war – und das meine ich für Mutter UND Vater – es ist immer wieder erstaunlich, wenn man nach 10 Monaten das Ergebnis des Wartens und Bangens erlebt. Und dann: alles gesund, alles dran, alles wunderbar. Das war mit dieser schweren Schwangerschaft nicht zu erwarten. Monatelange Schilddrüsenunterfunktion der Mutter, dazu eine zum Ende hin gesteigerte Nervosität und Angst – dass dieses Kind so wunderbar in unsere Hände gelegt wurde, rührt mich zu Tränen.

Nun ist es also da, unser viertes Kind. Und stellt natürlich den gesamten Alltag auf den Kopf. Von null auf hundert. Und mit ihm kommen tausend Fragen. Was werden wir dem kleinen Wurm geben können? In welche Umstände haben wir ihn geboren? Ist eine Auswanderung mit Baby für uns überhaupt noch das Richtige? Wie sollen wir das alles meistern?

Ich hatte schon geschrieben, dass Lilly sich zum Ende der Schwangerschaft hin sehr geplagt hat. Nun ist zu allem Übel noch eine postpartale Depression dazu gekommen. Welch ein Leid sie im Moment durchmacht kann niemand erspüren. Das ganze Leben scheint ein einziges schwarzes Loch zu sein. Jede Ansprache, jedes Geräusch, jeder noch so kleine Gedanke – alles ist einfach nur zu viel und eine Last. Keine Rede von Auswanderung. Im Gegenteil: alles was bisher in punkto Auswanderung von ihr als Initiative kam ist wie weggeblasen. Das ganze Projekt wird auf einmal in Frage gestellt. In diesem Zustand kann sie nirgendwohin. Nicht einmal zu einem kurzen Spaziergang vor die Tür. Alles macht ihr Angst. Alles ist zuviel. Wie soll sie eine Auswanderung meistern? Das Schlimme daran: sie weiß, dass wir nicht in Deutschland bleiben wollen. Aber alles Unbekannte erzeugt in ihr im Moment nur noch größere Ängste.

Was machen in einer solchen Situation? Ich kann nur sagen, dass wir alle versuchen unser Leben im Moment wieder in einigermaßen ordentliche Bahnen zu bekommen. Nicht zu reden von den unzähligen Arzt- und Klinikbesuchen, den zermürbenden Fragen, ob sich ihr Zustand wieder bessert. Nicht zu reden von unzähligen Telefonaten mit auf Depressionen spezialisierten Vereinsmitgliedern des Schatten und Licht e.V. (Danke! an dieser Stelle), der Vielzahl an Gesprächen mit unserer Hebamme und nicht zuletzt nicht zu reden von den Hunderten Euro, welche wir für Heilpraktiker, Ärzte, Medikamente etc. ausgegeben haben. Um das Geld ist es mir überhaupt nicht schade. Aber mit jeder Behandlung, mit jedem Gespräch, mit jedem Medikament wächst eine neue Hoffnung, nur, um kurz darauf wieder zerstört zu werden.

Das zerbricht mir das Herz. Man steht daneben und kann nicht helfen. Ich würde ihr so gerne die Last abnehmen. Und kann nicht. Der Kleine dagegen wächst und gedeiht. Eine Freude, wie unsere anderen Kinder. Es ist so erstaunlich, wie viel Liebe man für seine Kinder entwickeln kann. Jedes ist einzigartig und doch liebt man alle gleich.

Wir werden jetzt versuchen nach vorne zu schauen. Wenn sie nicht kann, dann springe ich ein. Ab Januar 2018 habe ich zwei Monate Elternzeit. Dann kann ich mich mehr um den kleinen Wurm kümmern und Lilly hoffentlich einige Freiräume schaffen, so dass sie sich erholen kann.

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