//Canada 2017 – Prärie und Rockies / Tag 1

Canada 2017 – Prärie und Rockies / Tag 1

Von |2018-07-11T14:56:45+00:00Mai 8th, 2017|Reise: Canada 2017 - Prärie und Rockies|0 Kommentare

Canada 2017 – Prärie und Rockies / Tag 1

Nach einer wirklich kurzen Nacht mit vielen Unterbrechungen fallen wir um kurz nach 4 Uhr morgens aus dem Bett. Ausgeschlafen sind wir nicht, aber im Moment wird das noch von der Aufregung überdeckt. Schnell noch ein paar letzte Handgriffe erledigt, ein kleines Liebesbriefchen an Frau und Kind geschrieben und schon steht unser Taxi vor der Tür. Auf geht´s nach Toronto!

Frohgemut geht es auf die Autobahn in Richtung Airport. Ich sage noch: „wir werden viel zu früh am Flughafen sein“, da bremst der Fahrer kurz und nimmt die nächste Ausfahrt. Was ist das??? Stau am Sonntagmorgen um 05:10 Uhr??! Tatsächlich. Vorne blinkt es aus vielen Warnblinklichtern und auch das huschende Blau einer Polizeileuchte ist zu sehen. Ok, fahren wir eben etwas durch die Stadt und weiter hinten wieder auf die Autobahn auf. Doch dort das gleich Bild: Stau. Ungefähr 10 Fahrzeuge vor uns hat ein Polizeiauto die Rundumleuchte angestellt und den gesamten Verkehr gestoppt. Adrenalin. Zwar haben wir etwas Zeitpuffer eingeplant, aber was, wenn die Sperrung länger als 20 min dauert? Zum Glück geht es kurz danach weiter. Ursache für den Stau: An einer Baustelle mussten die Begrenzungsbaken zur Seite geräumt werden. Ts, ts, ts…..und das am Sonntag früh.

Am Flughafen alles in Ordnung. Nur etwas Nebel, aber dank Cat III sollte das kein Problem sein….

Kurzer Flug nach Frankfurt, dort eine Stunde Aufenthalt und dann Weiterflug nach München. Diese kurzen Flüge schlauchen doch mehr, als einem lieb ist. Die Müdigkeit macht sich bemerkbar. Nur gut, dass wir in München knapp 2h Aufenthalt haben und etwas schlafen können.

In München fliege ich zum ersten Mal vom neuen Terminal 2 ab. Sieht sehr schön und modern aus.


Abflug Gate L11


Und unser „Vogel“ ist auch schon da: ein A330-300. Hatte vorher bei Seatguru gelesen, dass das Inflight Entertainment dort nicht so toll ist. Mal sehen….

Der Forecast unter turbulenceforecast.com sieht ganz gut aus. Vielleicht kommen wir diesmal ruhiger über New Foundland, gewöhnlich brauen sich dort immer einige Turbulenzen zusammen. Weiter geht es, wenn wir in Toronto sind. 
…. und weiter geht es mit dem Bericht aus Toronto.

Wie befürchtet, war unser A330-300 schon etwas betagter. Das sah man nicht nur der Inneneinrichtung an, vor allem das Inflight Entertainment System ließ uns das besonders spüren. In den neueren Airbussen sind bessere Systeme von Panasonic verbaut, aber unseres hier war schon gewöhnungsbedürftig, weil es so langsam reagierte. Ein mal Drücken und nach gefühlten 3 Sek. tut sich was auf dem Bildschirm. Oder auch nicht. Wenn man daneben gedrückt hat. Positiv überrascht hat mich, dass der A330 sehr leise war, insbesondere die Air Condition pfiff nicht so laut, wie das sonst der Fall ist. So konnte ich sogar fast 2h schlafen, denn das frühe Aufstehen hatte doch seinen Tribut gefordert. Auch von Turbulenzen blieben wir weitestgehend verschont. Alles in allem war es ein angenehmer Flug.


Der Sitzabstand … naja. Gut ist, dass hier eine 2-4-2 Bestuhlung war, so konnten wir schön zu zweit sitzen.


Inflight Entertainment. Filmauswahl ging so, alles in Englisch oder Französisch (was aber kein Hindernis darstellte).


Zumindest satt sind wir geworden. Gourmet sieht etwas anders aus 😉


Landeanflug Toronto. Im Hintergrund der CN Tower, das höchste Gebäude der westlichen Hemisphere.


Gelandet und auf kanadischem Boden.


Das neue Terminal 1 (jedenfalls neu für mich, war schon lange nicht mehr da). Sehr ordentlich und modern.

Dieses Mal war die Immigration in Kanada zusätzlich etwas ganz Besonderes für mich, denn jetzt (im Gegensatz zu den vielen vorherigen Reisen) spielt ja der Hintergedanke der Auswanderung bei der ganzen Reise eine große Rolle. Ich muss schon zugeben, dass ich ziemlich aufgeregt war. Die Gedanken kreisen ja dann doch schon darum, ob man dann das nächste Mal vielleicht schon den linken Ausgang für Canadian Citizens und Permanent Residents nehmen kann…? Die Immigration war absolut klaglos, kurze Fragen nach Länge und Zweck der Reise, Stempel in den Pass, fertig. Nach 5 Min standen wir schon am Gepäckkarussell. Koffer unbeschädigt, raus durch den Zoll und dann tief Luft holen: Endlich wieder da!

Unser Hotel ist das Best Western Plus Toronto Airport. Nahe gelegen und der Shuttle holt einen ab. Wenn man vorher angerufen hat. Am Sammelpunkt der Airport Shuttle ist eine Tafel mit den Telefonnummern aller Hotels. Ich rufe an und man sagt mir, dass wir in 20 Minuten abgeholt werden. Auch das klappt prima.


Unser Zimmer, normaler Best Western Standard, wir sind sehr zufrieden.


Erster Blick aus dem Fenster.

Es ist jetzt fast 16 Uhr. Was tun mit dem angebrochenen Tag? Eigentlich sind wir schon erschöpft, aber zum Schlafen ist es viel zu zeitig. Also ruhen wir kurz aus und beschließen dann, noch Richtung Downtown zu fahren. Der Shuttle bringt uns vom Hotel wieder zum Flughafen und von dort fährt der UP Express (Union Station – Pearson) in ca. 25 Min bis zum Bahnhof in der Innenstadt. Nicht ganz billig, eine Fahrt kostet für 2 Personen $24/Richtung, aber bequem.


Das Gebäude UP Express Union Station.

An der Union Station verlassen wir den Zug und gehen auf dem Weg nach draußen noch an der Tourist Information vorbei, um uns den Nationalpark Pass abzuholen. Den benötigen wir später, falls wir in BC / Alberta vielleicht noch Nationalparks anschauen wollen. Auf Grund des 150-jährigen Jubiläums Canadas ist der Pass im ganzen Jahr 2017 kostenlos zu haben. Beim Rausgehen gibt uns die nette Dame am Schalter auch noch einen Discountcoupon über $15 / Person für den CN Tower. Das nehmen wir natürlich dankend an, denn dahin sollte unser nächster Weg führen.


Und dann sind wir draußen, in Downtown Toronto.


Hochhäuser wie in vielen anderen amerikanischen Städten. Aber sauberer.


Der CN Tower. Beim Hochschauen hat man das Gefühl, als ob er umfällt.

Natürlich wollen wir jetzt auch auf den CN Tower hoch, wo wir doch schon einmal da sind. Da macht sich der Discount ganz gut, mit fast $70 für 2 Personen ist das Ganze dennoch kein Schnäppchen. Aber was tut man nicht alles, um Toronto von oben zu sehen. Der Fahrstuhl bringt uns in knapp 1 Min bis nach oben, begleitend von den freundlichen Erklärungen der Fahrstuhlführerin, die die Zeit nutzt, um komprimiert und beinah atemlos über die Historie des Turms zu referieren. Oben angekommen, bietet sich uns ein grandioser Blick auf die Stadt:

Das Highlight des Turmbesuches ist jedoch der Glasboden. Den hätten wir auf Grund von Bauarbeiten und Besucherandrang beinahe übersehen. Der Glasboden wurde 1994 eingezogen, um dem Besucher ein „gewisses Extra“ zu bieten. Man hat dabei die Möglichkeit, quasi über dem „Nichts“ zu stehen und nach unten zu schauen. Für Ängstliche steht die Versicherung auf Tafeln geschrieben, dass der Boden so stabil ist, dass er das Gewicht von 14 ausgewachsenen Nilpferden bzw. von 3 Blauwalen aushält. Da fallen die ca. 20 Menschen, die gleichzeitig den Boden bevölkern, doch gar nicht in´s Gewicht. Ein mulmiges Gefühl ist es dennoch, so nach unten zu schauen.

Wieder auf festen Boden zurückgekehrt, packt uns der Hunger. Also laufen wir etwas weiter in Richtung Downtown, kommen dabei an diesen netten Herrschaften vorbei, ….

bevor uns ein Chipotle zum Abendmahl ruft.

Nun spüren wir auch deutlich unsere Müdigkeit und beschließen, in´s Hotel zurück zu kehren. Und zwar auf dem gleichen Wege, wie wir hergekommen sind. Da ahnen wir noch nicht, dass wir noch lange nicht schlafen sollen.


Abendrot, aus dem UP Express. Leider sind die Scheiben ein wenig schmutzig…

Der UP Express bringt uns also zum Flughafen zurück und wie mir im Hotel geheißen wurde, wähle ich die Nummer von heute Mittag (im Handy unter gewählte Nummern) und bestelle den Shuttle in´s Hotel. Es wird mir bedeutet, dass ich am Terminal 3 an der Säule 37 auf den Shuttle warten soll. Nun, gut. Wir warten. Und warten. Und warten. Im Minutentakt fahren irgendwelche Shuttle von irgendwelchen Hotels vorbei, aber unser ist nicht dabei. Dann, nach 25 Min, kommt ein Best Western Shuttle, allerdings fährt er zu einem anderen Best Western in der Erlington Ave, wir müssen zur Dixie Road. Nachdem wir die Reihenfolge der anderen Shuttle bald auswendig können, weil sie so regelmäßig vorbeikommen und auch der „falsche“ Best Western Shuttle ein zweites Mal unverrichteter Dinge abgefahren ist, rufe ich nach 40 Min im Hotel an und frage, wo denn „unser“ Shuttle bleibe. Die Dame reagiert ziemlich unwirsch. Der Shuttle wäre schon zweimal vergebens an der Säule 37 gewesen, ich sollte doch bitte sicherstellen, dass ich an der Säule 37 wäre und sie würde den Shuttle noch einmal zu uns schicken.

Wir sind müde und beginnen zu frieren. In Deutschland ist es jetzt schon nachts nach 3 Uhr. Und der Shuttle ist immer noch nicht in Sicht. Nach 5 Min sagt mein Sohn plötzlich: „Schau mal, da fährt unser Shuttle“. Tatsächlich, auf der linken Spur und mit Affentempo. Keine Chance, den zu stoppen. Jetzt werde ich auch langsam sauer. Ich rufe wieder an, aber es kommt nur eine Bandansage. 2x, 3x. Plötzlich kommt mir die Idee, mal auf der anderen Nummer von der Visitenkarte des Hotels anzurufen. Die Dame reagiert freundlich-verwundert: „Nein, ich weiß nicht, warum Sie an der Säule 37 stehen sollten? Unser Shuttle fährt von Säule 7.“


Unser Warteplatz für den Shuttle.

Auflösung der ganzen Sache: Die Nummer, die ich Mittags angerufen hatte (die von der Tafel mit allen Hotelnummern), war schlichtweg die vom anderen Best Western. Das wir mit dem richtigen Shuttle in´s Hotel gefahren waren lag daran, dass wir am anderen Terminal ankamen. Dort fahren alle Hotel Shuttle an der gleichen Stelle ab. Und der „falsche“ Shuttle, der zweimal bei uns gehalten hatte, war der, den mir das „falsche“ Best Western geschickt hatte. Man könnte sich manchmal in den Arm beißen, so dumme Zufälle gibt es.

Schlussendlich waren wir nach fast 2h Warten gegen 22 Uhr im „richtigen“ Hotel. Sehnlicher habe ich mir mein Bett selten gewünscht. Aber was soll´s. Wir sind in Kanada und schon morgen früh fliegen wir mit WestJet nach Winnipeg. Dann nimmt das Abenteuer seinen weiteren Lauf.

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