Bewerbungen

Von |2018-07-11T14:56:45+00:00Mai 30th, 2018|05: Antragsbearbeitung CIC|0 Kommentare

Bewerbungen

Einen leichten Vorgeschmack auf das, was mich in Bezug auf die Jobsuche in Kanada erwartet, bekomme ich schon jetzt. Ich habe bisher gefühlt 120 Bewerbungen an potentielle Arbeitgeber in Kanada geschrieben, teils, um den Prozess der PR zu beschleunigen, teils, weil wirklich gute Positionen dabei waren. Das Resultat meiner Bemühungen? Null, nada, niente, nothing. Zero response.

Was ich bei den Kanadiern nicht verstehen kann ist, dass die bisherige Berufserfahrung der Bewerber bei ihnen nichts, gar nichts, zählt. „Sie haben Teams in Südamerika und Indien geleitet?“ Egal. „Sie haben eine Abteilung mit einem sehr hohen Millionenbudget und fast 50 Mitarbeitern geleitet?“ Interessiert nicht. Denn: SIE haben keine kanadische work experience (als ob die kanadische Wirtschaft so viel anders tickt, als die deutsche). Unsere Immigrationsberaterin hat uns schon darauf vorbereitet, dass das so kommen würde.

Klar, früher habe ich mich auf Stellen beworben und bin wahrscheinlich schon früh durch das (automatisierte) Raster gefallen. Weil ich keinen Aufenthaltsstatus bzw. legale Arbeitserlaubnis für Kanada hatte. Aber spätestens seit der Nominierung durch die Provinz Manitoba habe ich das legale Recht ein work permit zu erhalten, sobald ich ein job offer habe. Es wäre also für die Arbeitgeber null Risiko.

Nun habe ich einen Job in der IT und noch bilde ich mir ein, da relativ schnell etwas annähernd Passendes zu finden. Aber warum ein gestandener Chefarzt der Charité Berlin seine sämtlichen Qualifikationen in Kanada noch einmal neu erwerben muss und auch nicht eher praktizieren darf (!), werden wohl nur die kanadischen Behörden beantworten können. Fazit: auch in Kanada wird nur mit Wasser gekocht und es ist gut, wenn wir uns beizeiten darauf einstellen.

Ich bewerbe mich weiter

Dennoch bewerbe ich mich fleißig weiter. Der Umzugstermin rückt gefühlt immer näher und es wäre gut, eine gewisse Sicherheit in Bezug auf den Job zu haben. Habe ich bis zum Umzug kein Jobangebot, wird die Gelduhr mit Umzug gnadenlos anfangen rückwärts zu ticken. Dann heißt es, vom Ersparten zu leben.

Man kann sich leicht ausrechnen, wie lange dann das Geld reicht. Monatliche Miete zzgl. Nebenkosten, Nahrung, Kleidung, Auto, Versicherungen -alles wie in Deutschland, nur wahrscheinlich in fast allen Belangen teurer. Ok, wir werden uns einen Teil des Geldes für das erste Jahr reservieren. Wenn in der Zeit nichts rein kommt, dann eben nicht. Aber spätestens danach ist ein Job fällig, sonst wird es eng.

P.S. Derzeit sind 90 Mio € im Euro Jackpot. Hat jemand einen Tipp für die Zahlen der nächsten Ziehung? 🙂

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