Auf die Gesundheit

Nur Umzugsangebote checken ist langweilig. Es geht hier grad auch nicht so richtig vorwärts. Also kläre ich, mal eben so im Vorbeigehen, einige Punkte in Bezug auf die Gesundheit. Man will ja rundum saniert in Kanada ankommen. Beim Medical habe ich festgestellt, dass mein Impfschutz bedenklich wackelt. Um nicht zu sagen, nicht mehr vorhanden ist. Die letzte Impfung liegt schon ewig zurück. Gut, dass der Impfstatus für die Immigration nach Kanada kein Kriterium ist. USA schon, da musst Du voll durchgeimpft sein. Mit dem Mute des Entschlossenen habe ich mir daher gestern kurzerhand einen Impftermin geben lassen. Nicht, dass ich Angst vor dem Impfen habe. Zur Unterstützung habe ich gleich noch meinen mittleren Sohn mitgeschleppt. Der hatte es auch schon nötig.

Die Impfprozedur war im wahrsten Sinne des Wortes kurz und schmerzlos. Aber heute… spüre ich meinen Arm, als hätte mir ein Quarterback der Dallas Cowboys einen Full Body Check verabreicht. Da ist ein richtiger HotSpot den man besser nicht berührt. Das habe ich vom letzten Mal so heftig gar nicht in Erinnerung. Obwohl mir das Impfheft erzählt, dass es der gleiche Impfstoff ist. Den Sohn hat es noch ein bisschen schlimmer erwischt. Der fühlt sich richtig krank. Zumindest merkt er, wie der Körper gegen den Impfstoff ankämpft. Aber, was man hat, hat man. Impfen ist erstmal abgeschlossen. Zumindest für mich, unserem Kleinen steht das noch bevor.

Ein weiterer Punkt sind die Zähne. Man hört ja so allenthalben Gräuelgeschichten über die (angeblich) schlechte medizinische Versorgung in Kanada. Nicht, dass die dort pfuschen, aber es gibt wohl sehr viele Patienten auf einen Arzt. Mit entsprechenden Wartezeiten. Ich will auch nicht in Kanada ankommen und gleich zum Zahnklempner laufen müssen. Leider bin ich so ein Fall, der den Zahnarztstuhl öfter besteigen muss. Erblich, sagen die Ärzte. Kannst Du putzen wie Du willst, wenn sich die Streptokokken UNTER dem Zahnfleisch zu schaffen machen, kannst Du gar nix tun. Außer, regelmäßig die Tortur über Dich ergehen zu lassen.

Zum Glück wohnt der nunmehrige Zahnarzt meines Vertrauens gleich um die Ecke. Zum ersten Mal seit langem kam ich dort raus und hatte danach mal keine tagelangen Zahn- / Kiefer- / oder sonstige Schmerzen. Auch ein Zahn musste diesmal nicht geopfert werden. Bin ich froh, dass ich den Zahnarzt gewechselt hab. Vorher wurden mir die Zähne im Akkord gezogen. Dachte schon, ich muss mir bald Dritte zulegen.

So wird es nun noch eine Weile weitergehen, sodass wir dann möglichst ohne große Wehwehchen die Anfangszeit überstehen. Ich habe auch für Lilly und unsere Tochter noch einige Termine bei diversen Ärzten gemacht. Bis mir aufgefallen ist, dass ich gedanklich schon separiere: „Termin im Oktober…? – Kann sein, dass wir dann schon nicht mehr in Deutschland sind. Geht es nicht etwas eher?“ Und Überraschung, sobald ich mit der Geschichte von der Auswanderung komme, gibt es zwei Reaktionen:

1.) „Oh, Sie wollen auswandern? Wohin denn?“ – „Na, nach Kanada.“ – „Das find ich aber toll. Ich beneide Sie wirklich darum. Ist es wegen der Situation in Deutschland?“ (Komisch, das fragen mich Leute jetzt immer öfter. Fällt schon auf.)
2.) „Natürlich, unter diesen Umständen kann ich Ihnen einen früheren Termin anbieten.“ Merke: Privat Versicherte und Auswanderer werden offensichtlich bevorzugt behandelt. Auch das ist jetzt schon ein paarmal passiert. Mich freut‘ s natürlich.