Mit dem Jungen fing es an. Ohne Vorwarnung war die Nacht zu Ende. Ein lautes, glucksendes Geräusch, das ich schon seit Ewigkeiten so nicht mehr vernommen hatte. Dann die liebste Tochter von allen. Bleich wie die Nacht. Und zum Schluss die beste Ehefrau und ich.

„Beethoven ist tot, Mozart ist tot …. und uns ist auch schon ganz schlecht.“ Wir mussten diese Woche eine Zwangspause einlegen bzw. es etwas ruhiger angehen lassen. Ein heftiger Magen-/Darm-Infekt, ein richtiger Knock Out. Für 24 Stunden fühlt man sich, als ob man kurz vor dem Tod ist. Man leidet ganz fürchterlich. Lechzt nach frisch gepresstem Obst, um den trockenen Gaumen zu erfrischen. Leistet Abbitte. Nie wieder Fleisch! Ich werde Vegetarier! Ach was, Veganer!

Das Leben geht weiter

Trotz aller Übelkeit und Fieber muss es weiter gehen. Ich habe die Vermarktung von nicht mehr benötigten Sachen über ebay-Kleinanzeigen übernommen. So versuche ich eine Liste von Werkzeugen aus der nicht mehr benötigten Werkstatt zu verkaufen. Was man hier von potentiellen Käufern erlebt, ist zum Teil haaresträubend. Beispiel: Käufer (K), Verkäufer (V), Rechtschreibung original.

K: ich komme sontag mal vorbei, wie viel willst Du?
V:
Hallo. Sagen Sie mir doch bitte, was Sie möchten, es ist nicht mehr alles da und ich kann Ihnen dann genauere Auskunft geben, was es konkret kosten soll.
K: Sontag nachmitag oder vormittag?
V:
Bitte, benennen Sie doch erst einmal, was Sie interessiert. Ich habe sehr viele Anfragen und kann leider nicht 50 Leute vorab zu Besichtigungsterminen einladen. Die Zeit habe ich leider nicht.
K: Ich komme vormitag und schaue und was mir gefelt, neme ich.
V: Drücke ich mich so undeutlich aus? Haben Sie meine vorherigen Anmerkungen überhaupt gelesen?
K: Du bist schlechte Verkäufer. Habe keine Lust zu kaufen

Das macht keinen Spaß. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Was ich jetzt nicht verkaufe, werde ich an das Soziale Kaufhaus spenden. Ich habe Wichtigeres zu tun.