Antrag ergänzen.

Von |2018-07-11T14:55:57+00:00Januar 2nd, 2018|05: Antragsbearbeitung CIC|0 Kommentare

Antrag ergänzen.

Natürlich müssen wir nun dafür sorgen, dass unser Antrag bei CIC aktualisiert wird. Der neue kleine Mensch muss ja auch mit. Auch wenn es im Moment eher danach aussieht, als ob wir nirgendwohin gehen.

Es ist ein Jammer. Während Lilly sich zu Hause quält, tue ich so, als ob gar nichts wäre. Das Leben muss schließlich weitergehen. Und ich kann nicht glauben (und will es auch nicht), dass die Depression das bestimmende Element in unserem Leben sein bzw. bleiben soll. Im Moment hat sie klar die Überhand. Alles dreht sich nur darum. Die ganze Familie leidet mit. Will Lilly beistehen. Sie unterstützen und sie heilen. Die Tücke einer Depression ist, dass sie von außen nicht geheilt werden kann. Sie ist im Kopf der / des Betroffenen verankert.

Wir haben nach vielen Klinikbesuchen und Arztgesprächen nun beschlossen, dass Lilly Antidepressiva nimmt. Ihr ist es zuwider. Sie wollte niemals psychisch krank sein. Wer will das schon? Als ob man sich das aussuchen könnte. Ich sehe es auch anders: habe ich Zahnschmerzen, nehme ich Schmerztabletten. Hat jemand eine Depression, nimmt er Antidepressiva. Ganz einfach. Nichts Schlimmes. Eher ist es gut, dass es solche Medikamente gibt.

Zurück zur Erweiterung unseres Antrages. Als wir im Mai 2017 in Kanada waren und unsere Immigrationsberaterin von der Schwangerschaft informierten, sagte sie, dass es zwei Möglichkeiten gäbe. Die Erste: Das Kind ist gesund und kann problemlos in den Antrag mit aufgenommen werden. Die Zweite: das Kind ist körperlich / geistig nicht gesund – in diesem Falle wird unsere gesamte Bewerbung hinfällig. Kanada nimmt keine Anträge für behinderte Menschen entgegen, Das Sozialsystem soll nicht über Gebühr belastet werden.

Gott sei Dank – unser Kind ist gesund. Man kann gar nicht genug dankbar sein. Daher tritt für uns Möglichkeit 1 in Kraft. Das bedeutet nun: wir müssen für unseren Sohn einen Reisepass beantragen, zusätzliche Angaben für den Antrag machen und nicht zuletzt benötigt er biometrische Passbilder für den Reisepass. Und dann noch zwei Bilder für den Erweiterungsantrag. Das ist nun mal lustig: wie soll man ein Baby fotografieren, welches fast die ganze Zeit schläft? Noch dazu biometrisch?

Nun ist der kleine Wicht schon einige Wochen alt. Manchmal ist er wach und schaut neugierig durch die Gegend, Der Fotograf unseres Vertrauens (den haben wir übrigens schon seit Jahren, danke Herr Kahle 🙂 ) meint, dass es kein Problem sei. Er muss nur irgendwie die Augen offen haben und einigermaßen geradeaus schauen. Also: in einem lichten Augenblick schnappen wir das kleine Bündel und fahren ins Fotostudio.

Natürlich ist er wach. Und schaut. Aber überall hin, nur nicht in die Kamera. Am Ende stehen drei Leute um den Fotografen herum, um das kleine Bündel zu animieren in die Kamera zu schauen. Irgendwie klappt es. Zumindest mit den Bildern für den Reisepass.

Was nicht klappt, sind die Bilder für den Antrag bei CIC. Die müssen nach den besonderen Bestimmungen der kanadischen Einwanderungsbehörde angefertigt werden. (Macht sich in Deutschland eigentlich jemand die Mühe, die hunderttausenden Ankömmlinge entsprechend zu erfassen?!) Also müssen wir am nächsten Tag, beim nächsten wachen Augenblick unseres Sohnes noch einmal in das Fotostudio. Wir geben uns alle Mühe und schlussendlich halten wir einigermaßen brauchbare Bilder in den Händen. Auch, wenn meine stützende Hand am Bauch noch zu sehen ist. Ich hoffe, dass die Einwanderungsbehörde diese Bilder akzeptiert.

Die Gebühr von $150 für die Erweiterung des Antrages habe ich mittlerweile auch überwiesen. Ebenso habe ich den erweiterten Antrag ausgedruckt, ausgefüllt, dann ohne weitere Erklärung Lilly vorgelegt („…Du musst hier und hier mal kurz mal was unterschreiben“) und dann in die Post nach Kanada gegeben. Alles erledigt. Nun geht es weiter. Mit Warten. Und Hoffen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.