Wir sind nun am Ziel unserer Reise angekommen: Heute, 04.03. sind wir von Winnipeg nach Winkler gefahren und haben unser neues Heim bezogen. Natürlich ging auch das nicht ganz reibungslos vonstatten. Zuerst einmal brauchten wir mit unseren Utensilien doch länger als gedacht, um aus dem Hotel zu kommen. So war es 10:45 Uhr, als wir losfuhren. Die Hausübergabe war für 11:30 Uhr geplant. Keine Chance, das noch zu schaffen, auch wenn Winkler nur 100km entfernt ist.

Also eine Info auf dem Anrufbeantworter der Vermietungsgesellschaft hinterlassen und die neue Ankunftszeit von ca. 12:00 Uhr mitgeteilt. Man ist ja deutsch und ordentlich.

Die Fahrt nach Winkler verlief durch endlos flache Schneelandschaft. Dazu eine gleißende Sonne – hätte ich mir doch nur eine Sonnenbrille in Florida gekauft. Um 12 Uhr standen wir vor unserem neuen Haus. Ein Reihenhaus in typisch kanadischer Bauweise, von außen durchaus nett anzusehen. Links Nachbarn, rechts eine kleine Lücke zwischen den Häusern und dann eine weitere Häuserreihe. Gut, wir waren also da. Die Dame von der Vermietung nicht. Der kleine Kerl ist des Sitzens im Auto überdrüssig und will raus. Bei -20 Grad. Wir wollen in’s Haus. Anruf bei der Vermietung: „Please, leave a message after the tone…“

Nach 20 Min. Warten beschließen wir, der Vermietungsfirma einen Besuch abzustatten. Ist ja nur 2 km entfernt. Dort stoßen wir jedoch auf verschlossene Türen, die liebste Tochter entdeckt, dass von 12-1 Uhr Mittagspause ist. Nun denn, es sind ja nur noch 30 Minuten zu warten. Wir fahren wieder zurück vor das Haus, denn wir erwarten auch noch unsere Verwandten, die uns einige Matratzen und weitere Utensilien bringen wollen. Die sollen wenigstens nicht allein sein, wenn sie ankommen.

Warten auf die Übergabe

Um 1 Uhr sind weder die Verwandten noch die Vermietungsfirma da. Auch der Anrufbeantworter ist derselbe. Wir fahren noch einmal zu der Vermietungsfirma und siehe da, nun ist die Tür offen. „Ja…, die  Kollegin führt gerade eine Besichtigung durch, aber in ca. 20-25 Minuten wird sie vor dem Haus sein“. Ok, dann essen wir noch etwas in der Zwischenzeit. Kaufen uns und dem Kleinen etwas bei A&W Burger und sind gegen 13:30 Uhr wieder am Haus.

Wir können rein. Kurzes Übergabeprotokoll und dann stehen wir in einem leeren Haus. Nur die Einbauküche ist drin, Geschirrspüler, Kühlschrank, Herd und Waschmaschine und Trockner. Ist ja schon mal etwas. Der Herd ist versifft bis obenhin. Auch die Schränke, besonders die im Bad, warten mit einem gewissen Ekelfaktor auf. Der Kanadier an sich hat wohl andere Vorstellungen von Sauberkeit als wir.

Unsere Verwandten kommen aus dem 130km entfernten La Broquerie, bringen uns Matratzen, Stühle, einen Tisch und zwei Bänke. Und zu essen. Wir sind so dankbar. Sie bleiben noch eine Weile und wir quatschen, bevor sie sich auf den Rückweg machen.

Der Nachmittag ist dann mit einem ausgedehnten Powershopping ausgefüllt. Wir haben vorher bereits eine Liste von den Dingen erstellt, die wir besorgen müssen. Als drei Stunden rum sind (die beste Ehefrau ist mit dem Kleinen zu Hause geblieben, um sich und ihm den Stress zu ersparen), sind wir um einen Smoothie Maker (heißt hier Food Processor oder Blender), Wischmob, Eimer, Küchentücher, Toaster, Müllbeutel, Putzmittel und -lappen und viele andere Dinge des täglichen Bedarfs reicher. Und um $800 ärmer. Ok, das Geld hatten wir eingeplant. Dennoch sind wir immer wieder erstaunt, wie teuer zum Beispiel Toilettenpapier oder einfache Küchenrollen sind. $20 für Toilettenpapier oder $14 für Küchenrollen – das muss man erst mal verstehen. Aber auch hier gibt es No-Name-Marken und das macht es dann wieder leichter.

Es ist mittlerweile Abend geworden. Wir essen noch eine Kleinigkeit und fallen dann todmüde auf unser Matratzenlager. Wir können es immer noch nicht glauben, dass wir jetzt hier wohnen werden. Man braucht wohl eine Weile um das zu realisieren. Aber die Hauptsache ist: wir sind am Ziel!